Blutdruck hoch – Ursachen, Symptome & was tun?

Blutdruck hoch was tun: Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist häufig – und oft lange „still“. Hier finden Sie Ursachen, Symptome, verlässliche Blutdruckwerte (mmHg) sowie klare Schritte von „richtig messen“ bis Notfall und Therapie.

Grenzwert
≥140/90 mmHg (wiederholt)
Messung
morgens/abends + 24h
Risiko
Schlaganfall, Herz, Niere
Therapie
Lebensstil + Medikamente
TERMIN VEREINBAREN Blutbild & Diagnostik „plötzlich hoher Blutdruck“ „hoher Blutdruck Symptome“
Blutdruck hoch was tun: Blutdruckmessgerät zur Blutdruckmessung bei Bluthochdruck (Hypertonie)

Blutdruckwerte (mmHg): ab wann ist Blutdruck zu hoch?

Bei Erwachsenen gilt: wiederholt gemessene Werte ab 140/90 mmHg sprechen für Bluthochdruck. Einzelmessungen („einmal hoch“) sind häufig durch Situation, Messfehler, Stress, Koffein oder Tagesform beeinflusst. Entscheidend ist der Trend über mehrere Tage – oder eine 24-Stunden-Messung.

  • Wichtig: Mittelwerte zählen – nicht der „eine Schreckmoment“.
  • Systolisch (oberer Wert) = Druck beim Auswurf aus dem Herz; diastolisch (unterer Wert) = Druck in der Entspannungsphase.
  • Alarm: Werte >180/120 mmHg plus Beschwerden → siehe Notfall.

Blutdruck hoch: Ursachen & Risikofaktoren

Die häufigste Form ist die primäre (essenzielle) Hypertonie: mehrere Faktoren addieren sich (Gewicht, Stress, Salz, Genetik). Seltener liegt eine sekundäre Ursache vor (z. B. Niere, Hormone, Schlafapnoe, Medikamente) – das sollte hausärztlich strukturiert abgeklärt werden.

  • Übergewicht, viel Salz, Alkohol, Rauchen, chronischer Stress
  • Bewegungsmangel, schlechte Schlafqualität
  • Stoffwechsel: Diabetes, Fettstoffwechselstörung
  • Nieren/Endokrin: Nierenerkrankungen, Hormone (z. B. Schilddrüse/Nebennieren)
  • Schlafapnoe, Medikamente (z. B. NSAR, Steroide, bestimmte Nasensprays/Abschwellmittel)

Elektrolyte spielen mit: Natrium, Kalium, Magnesium. Gerade bei Blutdruckmedikamenten (z. B. Diuretika) lohnt sich ein Blick auf diese Werte.

Symptome bei Bluthochdruck – der „leise“ Risikofaktor

Bluthochdruck macht oft lange keine Symptome. Viele Betroffene fühlen sich „eigentlich fit“. Deshalb ist regelmäßiges Messen so wichtig – besonders bei familiärer Vorbelastung, Übergewicht oder Stress.

  • Kopfschmerzen (häufig morgens), Druckgefühl
  • Schwindel, Sehstörungen, Ohrensausen
  • Kurzatmigkeit, Brustdruck bei Belastung
  • Leistungsabfall, Schlafstörungen, innere Unruhe

Blutdruck richtig messen – damit „Blutdruck hoch was tun“ korrekt beantwortet wird

Bevor man über Therapie spricht, muss die Messung stimmen. Schon kleine Fehler machen Blutdruckwerte „künstlich hoch“ – und führen zu unnötiger Sorge.

Blutdruck hoch was tun: Blutdruck richtig messen (Oberarmmanschette, Ruhe, Arm auf Herzhöhe) bei Bluthochdruck (Hypertonie)

Standardisierte Messung (zu Hause & in der Praxis)

  • 5 Minuten Ruhe, sitzend, Rücken angelehnt, Füße am Boden
  • Oberarmmanschette auf Herzhöhe, nicht sprechen, 2 Messungen im Abstand von 1 Minute
  • Zu Hause: morgens und abends über 3–7 Tage protokollieren

Typischer Fehler: nach Treppensteigen / Stress / Koffein sofort messen → „zu hoch“ und unnötige Sorge. Erst beruhigen, dann messen. Genau dieses Muster sorgt dafür, dass viele Menschen zu früh beim Kardiologen landen – und später im Frühjahr/Sommer bei zu „stark“ eingestellter Medikation Kreislaufprobleme bekommen.

Blutdruck morgens höher als abends – ist das normal?

Ja, häufig. Morgens ist der Kreislauf im „Startmodus“: hormonelle Aktivierung (u. a. Cortisol), Umstellung vom Liegen ins Stehen, Alltagsstress. Entscheidend ist, ob die Werte regelmäßig außerhalb des Zielbereichs liegen.

  • Wichtig: vergleichen Sie gleiche Bedingungen (Zeit, Ruhe, Manschette).
  • Bei starken Schwankungen oder Verdacht auf „morgendliche Spitzen“ ist eine 24-h-Messung sinnvoll.

Wetter & Kälte: warum Blutdruck im Winter oft höher ist (und im Sommer plötzlich „zu niedrig“)

Bei Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen (Vasokonstriktion). Dadurch steigt der Gefäßwiderstand – und Blutdruckwerte können vorübergehend höher ausfallen. Wird dann vorschnell „auf Winterwerte“ eingestellt, kann es bei wärmeren Temperaturen zu Kreislaufproblemen und niedrigen Werten kommen.

  • Praxis-Tipp: Bei neuen hohen Werten erst 3–7 Tage standardisiert messen (plus Wetter/Stress/Schlaf notieren).
  • Ganzheitlich – aber medizinisch: Körperreaktion verstehen, nicht „wegtherapieren“.
  • Wenn Werte dauerhaft erhöht bleiben: strukturierte Abklärung & Therapie – keine „Wetter-Ausrede“.

Hausarzt oder Kardiologe – wer behandelt Bluthochdruck?

In den meisten Fällen ist der Hausarzt die beste erste Anlaufstelle: Diagnose, Ursachenklärung, Verlaufskontrolle, Therapieanpassung und Langzeitbetreuung. Ein Kardiologe ist sinnvoll bei komplizierten Verläufen oder wenn Hinweise auf Herzerkrankungen bestehen.

  • Hausarzt: Standardisierte Messung, 24-h-Messung, Labor, Risikoprofil, Start/Anpassung der Therapie
  • Kardiologe: bei schwer einstellbaren Werten, Herzbeschwerden, auffälligem EKG/Ultraschall, Verdacht auf Organschaden

Therapie: Lebensstil & blutdrucksenkende Medikamente

Lebensstil – Blutdruck senken im Alltag

  • Gewicht reduzieren, mediterrane Ernährung, weniger Salz
  • Bewegung: 150 Minuten/Woche Ausdauer + Kraft
  • Alkohol reduzieren, Rauchen beenden
  • Stressmanagement, Schlaf optimieren

Medikamente – individuell kombinieren

Wenn Lebensstil allein nicht reicht oder das Risiko erhöht ist, kommen Medikamente hinzu. Häufige Wirkstoffgruppen:

  • ACE-Hemmer / AT1-Blocker
  • Kalziumantagonisten
  • Diuretika
  • Beta-Blocker (situationsabhängig)

Wichtig: Zielwerte und Nebenwirkungen werden individuell festgelegt – besonders bei älteren Patienten oder wenn Kreislaufprobleme auftreten.

Risiken & Folgen: Herz, Gefäße, Nieren, Gehirn

  • Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankung
  • Nierenschaden, Gefäßschädigung (Atherosklerose)
  • Augen/Gehirn: Sehstörungen, Konzentration, kognitive Leistungsfähigkeit

Wann ist Bluthochdruck gefährlich? Notfall erkennen

Ein einzelner hoher Wert ist nicht automatisch ein Notfall. Gefährlich wird es, wenn sehr hohe Werte mit Warnsymptomen zusammentreffen.

Notfall-Warnzeichen (sofort 112)

  • >180/120 mmHg plus Brustschmerz, Atemnot
  • Neurologische Ausfälle: Sprach-/Sehstörung, Lähmung, Verwirrtheit
  • Sehr starke, neue Kopfschmerzen („anders als sonst“)

Bitte nicht: „runtertrinken“, eigenmächtig Tabletten erhöhen oder Beruhigungsmittel mischen. Im Notfall gehört die Behandlung überwacht.

Weiterlesen: Diagnose & Therapie

FAQ – Blutdruck & Bluthochdruck

Ab wann ist Blutdruck zu hoch?

Bei Erwachsenen meist ab 140/90 mmHg, wenn die Werte wiederholt gemessen werden. Aussagekräftig sind Mittelwerte über mehrere Tage oder eine 24-h-Messung.

Blutdruck hoch was tun als erster Schritt?

Standardisiert messen: 5 Minuten Ruhe, Oberarmmanschette auf Herzhöhe, zwei Messungen; morgens/abends über mehrere Tage protokollieren. Dann erst Therapie entscheiden.

Wann ist hoher Blutdruck ein Notfall?

Bei Werten >180/120 mmHg plus Warnzeichen wie Brustschmerz, Atemnot, neurologische Ausfälle oder sehr starke neue Kopfschmerzen: 112.

Warum ist mein Blutdruck morgens höher?

Morgens ist der Kreislauf hormonell aktiviert (z. B. Cortisol) und stellt sich vom Liegen ins Stehen um. Wichtig ist standardisiertes Messen und der Verlauf über Tage.

Kann Wetter/Kälte den Blutdruck erhöhen?

Ja. Kälte verengt Gefäße, der Widerstand steigt, Blutdruckwerte können vorübergehend höher sein. Deshalb nicht nach Einzelmessung „übertherapieren“, sondern Verlauf prüfen.

Hausarzt oder Kardiologe?

Meist ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle für Diagnose, Ursachenklärung und Therapieanpassung. Kardiologie bei komplizierten Verläufen oder Verdacht auf Herzerkrankung.

Take-home-Message: Blutdruck hoch was tun heißt zuerst: korrekt messen, Verlauf bewerten, Ursachen prüfen. Wetter/Kälte können Werte vorübergehend erhöhen. Bei Warnzeichen gilt: Notfall ernst nehmen.

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