Hausarztpraxis am Romanplatz · München

Intervallfasten & Heilfasten: 16:8 vs. 14:10 – Wirkung, Blutdruck & sichere Anwendung

Intervallfasten heißt: ein festes Essfenster (z. B. 14/10 oder 16/8) – dazwischen nur kalorienfreie Getränke. 14/10 ist der beste Einstieg, 16/8 wirkt oft stärker (v. a. mit frühem Essfenster). Bei Blutdruck oder Medikamenten gilt: langsam starten, Kreislauf beobachten, ggf. ärztlich anpassen.

Geplante Nahrungspausen können Appetit stabilisieren, Snack-Muster brechen und Stoffwechselmarker verbessern (individuell unterschiedlich). Unten findest du Vergleichstabellen, einen 7-Tage-Startplan, Sicherheitsregeln (inkl. Medikamente), Buchinger-Ablauf und eine Checkliste aus der hausärztlichen Praxis.

Passend: Blutdruck-Ratgeber · Stress & Cortisol · Kalium · Magnesium

Aktualisiert: 18.01.2026 · Autor: Dr. Gernot Brockmann (Hausarzt / Allgemeinmedizin)

Intervallfasten und Heilfasten: 16:8 und 14:10 – ärztlich erklärt, sicher starten in München
Alltagstauglich starten: klares Essfenster, klare Regeln – ohne Dogma.

Die 30-Sekunden-Übersicht (für schnelle Entscheidungen)

Bester Einstieg

14/10

Sanft, sehr alltagstauglich. Ideal bei Stress, Schichtarbeit oder wenn Medikamente im Spiel sind.

Stärkerer Reiz

16/8

Konsequenter. Viele profitieren mehr, wenn das Essfenster früher liegt (nicht spät am Abend).

Sicherheit

Kreislauf/Medikamente

Schwindel, Zittern, sehr niedriger Blutdruck oder Unterzucker = Signal zum Anpassen (Fenster erweitern / ärztlich prüfen).

Snippet-Hook: Wenn du nur eine Regel mitnimmst: Essfenster fest + Protein in jeder Mahlzeit + späte Snacks streichen – das ist der Haupthebel.

Warum geplante Nahrungspausen so oft funktionieren

Viele Menschen „scheitern“ nicht an Disziplin, sondern an einem Tag mit unklaren Esssignalen: Frühstück spät, mittags Snack, nachmittags Kaffee + Gebäck, abends groß – und danach nochmal etwas. Ein festes Essfenster reduziert genau dieses Muster und macht Essen planbar.

In der Pause leert der Körper zunächst Kohlenhydratspeicher, nutzt zunehmend Fett als Energiequelle und Ketonkörper steigen – das kann Heißhunger reduzieren und Blutzuckerspitzen glätten (nicht bei jedem gleich).

Good to know: Der Effekt kommt häufig weniger durch „mystische Prozesse“, sondern durch weniger Snacks, weniger späte Kalorien und eine klarere Mahlzeitenstruktur.

Mehr Hintergründe: Stress & Cortisol, Schlafhygiene, Vitamine.

Essfenster im Alltag: 14/10 oder 16/8 passend zum Tagesrhythmus
Essfenster wählen, die zum Tagesrhythmus passen – nicht umgekehrt.

Wirkung & Mechanismen – kurz, korrekt, ohne Mythen

  • Energieumschaltung: nach Entleerung der Kohlenhydratreserven → mehr Fettverbrennung/Ketonkörper
  • Appetit: klarere Mahlzeiten → weniger „Snacking“ & Heißhunger (bei vielen)
  • Marker: Effekte auf Blutdruck, Triglyzeride, Leberfett möglich – individuell verschieden
  • Autophagie: oft überverkauft – relevant ist die Gesamtroutine (Schlaf, Bewegung, Qualität der Mahlzeiten)
Unknown fact: Ein spätes Essfenster (z. B. 12–20 Uhr) kann Schlaf verschlechtern – und schlechter Schlaf erhöht am nächsten Tag Snack-Drive. Deshalb performt häufig ein früheres Fenster besser.

Vertiefung Mineralien: Kalium · Magnesium · Mineralwasser

3 Hebel, die in der Praxis den Unterschied machen

  • Protein pro Mahlzeit (z. B. Joghurt/Quark, Eier, Fisch, Hülsenfrüchte)
  • Gemüse-/Ballaststoff-Basis → stabilere Sättigung
  • Plan statt Chaos: 2–3 Mahlzeiten im Fenster, keine Dauer-Snacks

Wenn du nur 1 Sache optimierst: Essfenster + Protein.

14/10 vs. 16/8 – Vergleich, Fehler, perfekte Start-Varianten

CTR-Magnet: Die häufigste Frage lautet nicht „ob“, sondern: „14/10 oder 16/8 – was bringt mehr, und was ist sicher?“
Modell Für wen (typisch) Vorteil Häufiger Fehler
14/10 Einsteiger, Stress, Blutdruckmedikation, „ich will’s durchhalten“ Sanft, hohe Alltagstauglichkeit Im Fenster „nachholen“ (Kalorien + Snacks)
16/8 Routine, klarer Tagesrhythmus, Ziel: Gewicht/Marker Oft stärkerer Effekt bei guter Umsetzung Zu spät essen → Schlaf leidet

Start-Option A: 16:8 (alltagstauglich)

  • Fenster: 11–19 Uhr (oder besser: 10–18 Uhr)
  • 2–3 Mahlzeiten, keine Dauer-Snacks
  • Jede Mahlzeit: Protein + Gemüse (+ je nach Ziel Kohlenhydrate)
  • Pause: Wasser, ungesüßter Tee, schwarzer Kaffee
Fehlerdiagnose: Wenn du abends „crashst“ → oft fehlt Protein oder du isst zu spät.

Start-Option B: 14/10 (der Durchhalte-Plan)

  • Fenster: 9–19 Uhr (oder 10–20 Uhr)
  • Nach 10–14 Tagen: optional 15/9 → 16/8
  • Wenn abends Hunger: Protein in die 2. Mahlzeit
  • Erfolg = Routine, nicht Härte
Unknown fact: 14/10 liefert oft 80% des Effekts – bei deutlich weniger „Stress“ für den Alltag.

Getränke in der Pause: Was geht – was beendet die Pause?

In der Pause ist das Ziel: kalorienfrei und möglichst ohne „Snack-Trigger“. Gleichzeitig soll der Kreislauf stabil bleiben.

Getränk Pause ok? Kommentar
Wasser / Mineralwasser Ja Bei Kreislauf: natriumreiches Wasser kann helfen
Ungesüßter Tee Ja Gut bei „Hunger-Wellen“
Schwarzer Kaffee Meist ja Ohne Zucker/Milch/Sirup; kann Appetit dämpfen
Brühe Streng: nein Pragmatisch bei Kreislauf/Elektrolyten manchmal sinnvoll
Milchkaffee / Latte Nein Kalorien + kann Snack-Trigger sein
Saft / Smoothie Nein Hohe Kalorien, Glukosespitzen

Wenn der Kreislauf schwächelt

  • Trinken (Wasser / natriumreiches Mineralwasser)
  • Bei starkem Schwitzen: Salz ist oft der unterschätzte Hebel
  • Fenster vorübergehend erweitern (16/8 → 14/10)
  • Bei Blutdruckmitteln: Werte dokumentieren, ggf. ärztlich anpassen
Merksatz: „Zu wenig Salz/Flüssigkeit“ wirkt oft wie „zu wenig Essen“.

Blutdruck: Wirkung, Zeitachse, typische Stolpersteine

Essfenster-Modelle können Blutdruckwerte verbessern – besonders, wenn Gewicht, Schlaf und Mahlzeitenqualität parallel besser werden. Wichtig: Der Blutdruck kann in den ersten Tagen spürbar fallen – vor allem, wenn gleichzeitig Salz/Flüssigkeit geringer wird.

Praxis-Regel: Bei Blutdruckmedikation lieber mit 14/10 starten, 7–10 Tage protokollieren (morgens/abends) und erst dann intensivieren.

Passend: Blutdruck-Ratgeber

Wirkung: ab wann merkt man etwas?

  • 1–2 Wochen: stabilerer Appetit, weniger „Abend-Snacken“
  • 2–6 Wochen: oft messbar bessere Werte (je nach Ausgangslage)
  • Start-Effekte: Kopfschmerz, Frösteln, Reizbarkeit → meist vorübergehend
Red Flags: Ohnmacht, starke Schwäche, Brustschmerz, anhaltender Schwindel → bitte ärztlich abklären.

Medikamente & Sicherheit: wann du nicht „einfach so“ starten solltest

Für viele ist Essfenster-Struktur sicher. Kritisch wird es, wenn Medikamente den Zuckerstoffwechsel, den Blutdruck oder den Salz-/Flüssigkeitshaushalt beeinflussen.

Situation Warum relevant Was tun?
Blutdruckmedikation Werte können sinken, Schwindel möglich 14/10 starten, protokollieren, bei Symptomen anpassen
Diabetes-Therapie (v. a. Insulin/Sulfonylharnstoffe) Unterzucker-Risiko Nicht ohne Plan; ggf. ärztlich begleiten
SGLT2-Hemmer Risiko euglykämische Ketoazidose Nur geführt/ärztlich abgestimmt
Diuretika Elektrolyte/Volumen können kippen Trinken, Salz/Elekrolyte beachten, bei Symptomen prüfen
Nieren-/Lebererkrankung Metabolische Reserve eingeschränkt Vorher ärztlich abklären
Ärztlich begleiten: Untergewicht, Essstörung, Schwangerschaft/Stillzeit, Typ-1-Diabetes, fortgeschrittene Nieren-/Lebererkrankung.

Buchinger-Kur: Ablauf, der in der Praxis funktioniert

Therapeutische Kuren sind ein anderes Ziel als Essfenster-Modelle: mehr „Reset“ und oft mehr Betreuung. Entscheidend ist die Aufbauphase (damit kein Jo-Jo entsteht).

  • Entlastung (1–2 Tage): leicht, wenig Zucker/Alkohol, eher Gemüse/Protein
  • Flüssigphase: Wasser/Tee + (konzeptabhängig) Brühe, moderat bewegen
  • Fastenbrechen: klein starten, gut kauen, Magen/Darm langsam „hochfahren“
  • Aufbau (3–7 Tage): Protein schrittweise steigern, Essfenster wieder strukturieren
Tag Fokus Praxis-Tipp
1 leicht verdaulich kleine Portionen, langsam essen
2–3 Ballaststoffe + etwas Protein Protein addieren (z. B. Joghurt/Quark, Hülsenfrüchte)
4–7 Normalisierung Routinen fixieren: Essfenster, Protein, Gemüse-Basis
Wichtig: Bei Vorerkrankungen oder Medikamenten bitte vorher ärztlich abklären.
Video: 14/10 vs. 16/8, Sicherheit & Blutdruck – kompakt.

7-Tage-Startplan (für maximale Umsetzung, minimale Abbrüche)

Dieser Plan ist bewusst „langweilig“ – und genau deshalb erfolgreich: erst Struktur, dann Optimierung.

Tag Was du tust Warum das wirkt
1–2 14/10 wählen + fixe Uhrzeiten (z. B. 9–19) Routinen starten ohne Stress
3–4 2–3 Mahlzeiten im Fenster, keine Snacks Snack-Pattern bricht, Appetit stabilisiert
5 Protein in jeder Mahlzeit + Gemüse-Basis Sättigung steigt, Abendhunger sinkt
6 Fenster 30–60 min früher (wenn möglich) Schlaf profitiert, oft bessere Marker
7 Entscheidung: so lassen oder 15/9 → 16/8 Nur steigern, wenn stabil & gut verträglich
Unknown fact: „Zu hart starten“ ist einer der häufigsten Gründe für Abbruch. Wer 14/10 stabil hält, landet oft automatisch bei 15/9 oder 16/8 – ohne Drama.

Mini-Menü-Gerüst (damit es alltagstauglich wird)

  • Mahlzeit 1: Protein + Obst/Gemüse (z. B. Skyr/Quark + Beeren)
  • Mahlzeit 2: Protein + Gemüse + (je nach Ziel) Kohlenhydrate
  • Mahlzeit 3 (optional): leicht, proteinbetont, nicht zu spät
Wenn du ständig frierst oder schlapp bist: Fenster erweitern (16/8 → 14/10), Salz/Flüssigkeit prüfen, Protein erhöhen – und ggf. Labor/Blutdruck checken.

Sport & Bewegung: dosiert statt extrem

Leicht bis moderat (Gehen, Rad, Mobility, leichtes Krafttraining) passt meist gut. Sehr intensive Intervalle oder lange Ausdauerblöcke besser ins Essfenster legen – besonders in den ersten 2 Wochen.

Praxis-Tipp: Wer sich bei Bewegung „leer“ fühlt, braucht oft nicht mehr Essen, sondern mehr Flüssigkeit + Salz (vor allem bei Wärme, Sauna, Sport).

Passend: Blutdruck · Kalium · Magnesium

Mini-Plan (Einsteiger)

  • In der Pause: Spaziergang 20–40 min
  • 2–3×/Woche: leichtes Krafttraining im Essfenster
  • Wenn Schwindel: abbrechen, trinken, salzen, Fenster erweitern

Vor dem Start: Checkliste (die wirklich hilft)

  • Medikamentenliste (inkl. Dosierungen)
  • Blutdruck-Protokoll 7–10 Tage (falls vorhanden)
  • Diagnosen & Befunde (falls vorhanden)
  • Realistische Fenster-Uhrzeiten (inkl. „letzte Mahlzeit“)
  • Notfall-Plan bei Kreislauf: trinken, salzen, Fenster erweitern
Mini-Ziel: Erst 10 Tage Routine – dann erst optimieren.

Wann du ärztlich abklären solltest

  • Diabetes-Medikation / Insulin / SGLT2-Hemmer
  • Wiederkehrender Schwindel, Ohnmacht, Herzstolpern
  • Fortgeschrittene Nieren-/Lebererkrankung
  • Untergewicht oder Essstörung in der Vorgeschichte

Häufige Fragen

Hilft ein Essfenster beim Abnehmen?

Ja – nicht automatisch. Es erleichtert oft ein Kaloriendefizit, weil Snacks und spätes Essen weniger werden. Entscheidend ist die Qualität im Fenster (Protein, Gemüse, weniger Ultra-Processed).

Kann ich Sport in der Pause machen?

Leicht bis moderat ist meist ideal. Intensive Einheiten lieber ins Essfenster. Wenn Schwindel: trinken, salzen, Belastung reduzieren.

Wie vermeide ich Jo-Jo?

Aufbauphase ernst nehmen (nach Kur besonders), Protein sichern, Schlaf/Stress beachten und nicht „alles auf einmal“ ändern. Routine schlägt Perfektion.

Brühe in der Pause – ja oder nein?

Streng genommen beendet Brühe die Pause (Kalorien). Bei Kreislaufproblemen kann sie pragmatisch helfen – dann zählt die stabile Umsetzung mehr als die perfekte Definition.

Welche Variante ist „die beste“?

Die beste ist die, die du 8–12 Wochen realistisch halten kannst. Für viele ist 14/10 die nachhaltigste Basis – und 16/8 dann der nächste Schritt, wenn alles stabil läuft.

Sicher starten – mit hausärztlicher Begleitung

Wir helfen bei Auswahl des Essfensters (14/10 vs. 16/8), Blutdruck-Monitoring, Medikamenten-Feintuning und einem Plan, der im Alltag funktioniert. Online-Termin vereinbaren.

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