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Calcium & Gesundheit: Symptome bei Calcium Mangel Symptome erkennen, Osteoporose vorbeugen

 Wissen aus der Hausarztpraxis am Romanplatz in München – verständlich, fundiert, praxisnah.

Kurzüberblick

  • Was es ist: Calcium (Kalzium) ist ein zentraler Baustoff für Knochen/Zähne – und zugleich Signalgeber für Muskeln, Nerven, Blutgerinnung & Herzrhythmus.

  • Wieviel pro Tag? Richtwert für Erwachsene: ≈ 1.000 mg/Tag (DGE).

  • Wo steckt’s drin? Milchprodukte, grünes Gemüse, Nüsse/Samen, calciumreiches Mineralwasser, Tofu (mit Kalziumsalz), Sardinen mit Gräten.

  • Mangel? Muskelkrämpfe, Kribbeln/Taubheit, brüchige Nägel, Knochenschmerzen – langfristig erhöhtes Osteoporose-Risiko.

  • Aufnahme verbessern: Mit Mahlzeiten einnehmen, Vitamin D optimal halten, Oxalate/Phytate beachten, Portionen splitten (≤ 500 mg auf einmal).

  • Wann zum Arzt? Bei anhaltenden Symptomen, Risikofaktoren (z. B. Steroidtherapie), wiederholten Stürzen, familiärer Osteoporose, Malabsorption – Laborkontrolle & ggf. Knochendichtemessung.

Warum Calcium (Ca++) so wichtig ist – weit über „starke Knochen“ hinaus

  • Skelett & Zähne: ~99 % des Körpercalciums liegen als Hydroxylapatit im Knochen – es ist „Baumaterial“ und Puffer.

  • Muskeln & Nerven: Ohne Ca++ keine Muskelkontraktion und keine Signalweiterleitung an Nervenenden.

  • Blutgerinnung: Zahlreiche Gerinnungsfaktoren sind calciumabhängig.

  • Herzrhythmus: es steuert den Einstrom in Herzmuskelzellen – Grundlage jeder geordneten Kontraktion.

  • Zellkommunikation: es wirkt als Second Messenger – reguliert Enzyme, Hormonantworten und Genaktivität.

Gut zu wissen

  • Nicht jedes „viel Ca++“ nützt – entscheidend ist die Bioverfügbarkeit. Spinat z. B. enthält viel Ca++, aber Oxalsäure bindet es → schlechte Aufnahme. Brokkoli/Grünkohl schneiden hier besser ab.

  • Mineralreiches Mineralwasser (z. B. > 300 mg/L) kann pro 0,5 L ~150–250 mg liefern – oft besser bioverfügbar als gedacht.

  • Laktose fördert die Resorption aus Milchprodukten – wer laktosefrei lebt, gleicht das über Vitamin-C-reiche Kost oder citrate-basierte Präparate leichter aus.

Milch spritzt auf weißen Knochen vor blauem Hintergrund – Symbol für Kalzium und Knochengesundheit, Calcium, Calcium Mangel Symptome, Calcium Mangel

Tagesbedarf & wer mehr Aufmerksamkeit braucht

Verschiedene calciumreiche Lebensmittel wie Käse, Brokkoli, Mandeln, Eier, Joghurt, Spinat, weiße Bohnen, Chiasamen, Orangen und Sardinen auf einem Tisch arrangiert, Calcium, Calcium Mangel Symptome, Calcium Mangel

Symptome eines Calciummangels (und warum sie oft „verkappte“ Vitamin-D-Probleme sind)

Richtwerte (DGE-orientiert):

  • Erwachsene: ~1.000 mg/Tag

  • Jugendliche (Wachstumsschub): 1.200 mg/Tag

  • Schwangere/Stillende: meist 1.000 mg/Tag (Bedarf steigt nicht massiv, aber Zufuhr sollte gesichert sein)

  • Ältere: mindestens 1.000 mg/Tag – kombiniert mit Vitamin D und kraftvollem Training zur Sturz-/Frakturprävention

Risikogruppen: postmenopausale Frauen, sehr schlanke Personen, Menschen mit Malabsorption (z. B. Zöliakie), Langzeit-Steroidtherapie, Laktoseintoleranz, rein pflanzliche Ernährung ohne Anreicherung/Planung, chronische Nieren-/Lebererkrankung (ärztliche Abklärung nötig).

  • Muskelsymptome: Krämpfe (Waden/Hände), Zuckungen, Schwäche

  • Neurologisch: Kribbeln/Taubheit (v. a. um Mund/Hände), innere Unruhe, Schlafstörungen

  • Haut/Anhangsgebilde: trockene Haut, brüchige Nägel, Haarausfall

  • Skelett: Knochenschmerzen, diffuse Rückenschmerzen, vermehrte Ermüdungsbrüche

  • Psyche/Kognition: Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen

Wichtig: Niedriges Serumcalcium ist häufig sekundär – z. B. bei Vitamin-D-Mangel, niedrigem Magnesium, Hypoparathyreoidismus oder Nierenproblemen. Darum gehören Labor & Anamnesezusammen.

Diagnostik in der Praxis (so gehen wir strukturiert vor)

  • Laborbasis: Gesamtcalcium (albumin-korrigiert), ggf. ionisiertes Ca++, Vitamin D (25-OH-D), PTH, Phosphat, Magnesium, Nierenwerte.

  • Knochendichte (DXA): bei Risikoprofil, wiederholten Frakturen, deutlichem Größenverlust, Langzeit-Steroidtherapie.

  • Sekundäre Ursachen: Schilddrüse/Nebenschilddrüse, GI-Erkrankungen, Medikamente (z. B. PPI → Carbonat schlechter resorbierbar; Citrate sind hier im Vorteil).

Lebensmittel: die besten Quellen – praktisch pro Portion

Milchprodukte (klassisch stark):

  • Milch 200 ml: ~240 mg

  • Joghurt 150 g: ~180–210 mg

  • Scheibe Hartkäse 30 g (z. B. Emmentaler): ~250–330 mg

  • Quark 100 g: ~90–120 mg

Pflanzlich (klug kombiniert):

  • Grünkohl 150 g gegart: ~200 mg (gut bioverfügbar)

  • Brokkoli 200 g gegart: ~100–120 mg

  • Mandeln 30 g (Handvoll): ~75 mg

  • Sesam 10 g (1 EL, pur/Tahini): ~90–100 mg

  • Chiasamen 15 g (1 EL): ~90–100 mg

  • Tofu (mit Ca++-Sulfat geronnen) 150 g: 150–400 mg (Produktetikett prüfen!)

  • Mineralwasser 0,5 L (ca++reich): 150–250 mg

  • Sardinen 100 g (mit Gräten): ~300–380 mg

Merke: Oxalate/Phytate (z. B. in Spinat, Rhabarber, Vollkorn, Hülsenfrüchten) senken die Aufnahme – Einweichen/Keimen und Vitamin-C-reiche Beilagen helfen.

Gut zu wissen

  • Käse ist Ca++ Konzentrat“: 30 g Hartkäse liefern oft mehr als ein Glas Milch.

  • Tofu ist nicht gleich Tofu: Nur ausgefällter Tofu (Nigari/Calcium-Sulfat) ist eine Topquelle.

  • „Ca++reich“ ist geschützt: In D/AT/CH darf die Angabe bei Mineralwasser erst ab ≥ 150 mg/L verwendet werden (Etikett checken).

Aufnahme optimieren – 7 Praxis-Regeln

  1. Mit Mahlzeiten zuführen (bessere Verträglichkeit, Konstanz).

  2. Pro Portion ≤ 500 mg – der Darm nimmt kleine Mengen effizienter auf.

  3. Vitamin D im Zielbereich halten (Ohne D keine optimale Resorption).

  4. Calciumcitrat bevorzugen bei niedriger Magensäure (z. B. PPI-Therapie); Carbonat zu Mahlzeiten.

  5. Ausreichend trinken – besonders bei Nierensteinneigung.

  6. Abstand zu Eisen/Zinkpräparaten (≥ 2 Stunden), weil sie sich gegenseitig blockieren können.

  7. Natrium reduzieren – viel Salz steigert Ausscheidung.

Toleranzbereich: Ohne ärztliche Kontrolle nicht dauerhaft > 2.000 mg/Tag zuführen (Gesamtzufuhr aus Essen + Präparat).

Calcium & Vitamin D – das Duo für stabile Knochen (…und K2?)

  • Vitamin D steigert die Aufnahme im Darm und beeinflusst den Knochenumbau.

  • Vitamin K (v. a. K2) ist am Knochenstoffwechsel beteiligt (Osteocalcin-Aktivierung). Eine ausgewogene Kost deckt dies meist ab; Supplemente bitte individuell abstimmen – v. a. bei Blutverdünnung (Interaktionen!).

Training: der dritte Pfeiler

  • Krafttraining & impact-reiche Bewegung (z. B. zügiges Gehen, Treppensteigen, Springen je nach Fitness) setzen Knochenreize.

  • Balance/Sturzprophylaxe: Tai-Chi, Einbeinstand, Koordinationsübungen – Frakturrisiko sinkt.

Häufige Konstellationen aus der Praxis

  • Postmenopausale Frau, schlank, wenig Sonne: Vitamin-D auffüllen, Ca-reiche Kost bündeln (Frühstück + Abend), 2–3×/Woche kraftvolles Training, Sturzrisiko erfassen.

  • Vegan lebend, laktoseintolerant: pflanzliche Drinks angereichert wählen, Tofu mit Ca++-Gerinnung, mineralreiches Wasser, Sesam/Tahini, Grünkohl; ggf. Citratform.

  • PPI-Dauertherapie: bei Supplementen → Citrate bevorzugen; Carbonat nur mit Essen. Periodisch Laborkontrolle.

  • Nierensteine früher: ausreichend trinken, nicht überdosieren, Ernährung individuell anpassen.

Gut zu wissen

„Calcium am Abend“? Für manche ist die Einnahme später am Tag bekömmlicher und praktisch (z. B. geteilte Dosen: Mittag/Abend). Harte Evidenz ist begrenzt – Verträglichkeit & Regelmäßigkeit sind wichtiger als die Uhrzeit.
Protein ist nicht der Feind: Eine ausreichende Proteinzufuhr (im Rahmen) stützt Knochen – das alte Dogma „Protein laugt Ca++ aus“ gilt so nicht mehr.

Häufige Konstellationen aus der Praxis

  • Postmenopausale Frau, schlank, wenig Sonne: Vitamin-D auffüllen, Ca-reiche Kost bündeln (Frühstück + Abend), 2–3×/Woche kraftvolles Training, Sturzrisiko erfassen.

  • Vegan lebend, laktoseintolerant: pflanzliche Drinks angereichert wählen, Tofu mit Calcium-Gerinnung, mineralreiches Wasser, Sesam/Tahini, Grünkohl; ggf. Citratform.

  • PPI-Dauertherapie: bei Supplementen → Citrate bevorzugen; Carbonat nur mit Essen. Periodisch Laborkontrolle.

  • Nierensteine früher: ausreichend trinken, nicht überdosieren, Ernährung individuell anpassen.

Supplemente – wenn „Food first“ nicht reicht

  • Wann sinnvoll? Niedrige Aufnahme, nachgewiesener Mangel, Osteoporoserisiko, Malabsorption.

  • Formen: Carbonat (günstig, zu Mahlzeiten), Citrat (besser bei wenig Magensäure), seltener Lactat/Gluconat.

  • Dosierung: 250–500 mg pro Gabe, 1–2× täglich; regelmäßige Kontrollen.

  • Nebenwirkungen: Blähungen, Verstopfung – Dosis splitten, auf Citrat wechseln, viel trinken.

Interaktionen: Abstand zu Schilddrüsenhormonen, Eisen, einigen Antibiotika. Bitte Arzt/Apothekeeinbeziehen.

Osteoporose verstehen & vorbeugen

  • Knochendichtemessung (DXA) bei Risiko sinnvoll – Ergebnis als T-Score.

  • Basistherapie: Ca-/D-Versorgung, Training, Sturzprävention, Lifestyle (Nichtrauchen, moderater Alkohol).

  • Medikamente (bei hohem Risiko): Bisphosphonate, Denosumab, Anabolika (z. B. Teriparatid) – immer ärztlichgesteuert.

Beispiel-Tagesplan (ca. 1.000–1.200 mg Calcium, omnivor)

  • Frühstück: 200 ml Milch + Müsli + 1 EL Sesam → ~340 mg
  • Mittag: 200 g Brokkoli, 150 g Lachs → ~150 mg
  • Snack: 30 g Mandeln → ~75 mg
  • Abend: 30 g Hartkäse + Vollkornbrot + Paprika → ~280–320 mg
  • 0,5 L mineralreiches Wasser über den Tag → ~150–250 mg
    = Summe: ~995–1.135 mg (ohne exakte Schwankungen)
  •  

Wann zur Hausarztpraxis am Romanplatz?

  • Wiederkehrende Krämpfe, Kribbeln, diffuse Knochenschmerzen

  • Sturzereignisse, Größenverlust, familiäre Osteoporose

  • Malabsorption, restriktive Diäten, Essstörungen

  • Medikamente mit Einfluss auf Knochenstoffwechsel

  • Klärung von Laborwerten & individueller Therapieplan

Wir beraten, planen Ernährung/Supplemente, prüfen Vitamin-D-Status und veranlassen bei Bedarf DXA-Messungenschnell und pragmatisch hier in München-Nymphenburg.

FAQ

Wie erreiche ich 1.000 mg/Tag ohne Milch?
Angereicherte Pflanzendrinks, Tofu (Ca-Sulfat), Grünkohl/Brokkoli, Sesam/Tahini, Mandeln, mineralreiches Mineralwasser – gut kombinieren.

Citrat oder Carbonat?
Citrat bei wenig Magensäure/PPI, Carbonat zu Mahlzeiten – beides wirksam, entscheidend sind Dosis & Regelmäßigkeit.

Brauche ich Vitamin K2?
Ernährungsbasiert meist ausreichend. Supplemente nur individuell – bei Blutverdünnern Vorsicht.

Erhöht Calcium das Herz-Risiko?
Aus Nahrung: unkritisch. Isolierte Hochdosis-Supplemente ohne Indikation sind nicht sinnvoll – bedarfsorientiertdosieren.

Wann messen?
Bei Symptomen/Risiko: Calcium (ggf. ionisiert), Vitamin D, PTH, Phosphat, Mg; bei Osteoporoseverdacht DXA.

 

Hausarztpraxis am Romanplatz (München-Nymphenburg):
Wir prüfen Ihre Versorgung, klären Laborwerte und erstellen Ihren präzisen Knochen-&-Mineralstoffplan – inkl. Trainingsempfehlung und Sturzprävention. Jetzt Termin online sichern.

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