Dupuytren – Ursachen, Symptome & Behandlung: neueste Erkenntnisse (inkl. Stoßwelle als Alternative)
Morbus Dupuytren beginnt oft mit Knoten und Strängen in der Handfläche und kann in eine Dupuytren-Kontraktur (Beugefehlstellung) übergehen. In dieser Seite bekommen Sie eine klare Einordnung (Tischplatten-Test, Winkelmessung), die wichtigsten Therapieoptionen – und unseren Ansatz: Stoßwellentherapie (ESWT) als Alternative zur OP in geeigneten Fällen, mit messbaren Vorher/Nachher-Werten.
Video: Morbus Dupuytren behandeln ohne OP? Stoßwelle (ESWT) & messbare Ergebnisse
In diesem Video erkläre ich Dupuytren verständlich – inklusive Einordnung, wann ESWT in geeigneten Fällen eine Alternative sein kann und wie wir Fortschritt objektiv messen (Winkel/Kraft).
Was ist die Dupuytren-Krankheit?
Morbus Dupuytren ist eine Erkrankung der Hand, die sich durch gutartige Veränderungen im Bindegewebe der Handfläche zeigt. Erste Symptome sind kleine Knoten (meist in der Hohlhand), später entstehen feste Stränge. Diese können zu einer Dupuytren-Kontraktur führen: Die Finger lassen sich dann nicht mehr vollständig strecken und bleiben in einer Beugehaltung.
Viele Betroffene merken es im Alltag: Händeschütteln, Handschuhe anziehen, ein Glas greifen oder Smartphone-Bedienung werden mühsamer. Dupuytren ist nach dem französischen Chirurgen Guillaume Dupuytren benannt.
Symptome: Welche Beschwerden sind typisch?
- Knoten/Verhärtungen in der Handinnenfläche
- später Strangbildung Richtung Finger
- Streckdefizit nimmt zu (Finger lässt sich schlechter strecken)
- häufig Ringfinger & Kleinfinger betroffen (grundsätzlich jeder Finger möglich)
- oft lange schmerzarm; manchmal Spannung/Schmerz in der Handfläche
Was bedeutet „Dupuytren-Kontraktur“?
Eine Dupuytren-Kontraktur ist eine dauerhafte Beugefehlstellung eines oder mehrerer Finger. Mechanismus: Knoten → Stränge → das Gewebe zieht Haut und Finger in die Beugestellung.
| Stadium | Typisch | Alltag |
|---|---|---|
| Früh | Knötchen/leichte Verhärtung | meist wenig Einschränkung |
| Mittel | Stränge + beginnendes Streckdefizit | erste Probleme (Greifen/Handschuh/Handschlag) |
| Fortgeschritten | deutliche Beugekontraktur | starke Einschränkung, oft invasive Option sinnvoll |
Ursachen & Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Sicher ist: betroffen ist die Palmaraponeurose (Bindegewebsplatte der Handfläche), die bei Dupuytren krankhaft verändert ist.
- Genetik: familiäre Häufung; häufiger nordeuropäische Abstammung („Wikingerkrankheit“)
- Alter/Geschlecht: häufiger Männer > 50 Jahre
- Risikofaktoren: Rauchen, Alkohol, Diabetes; teils Assoziation mit Lebererkrankungen
- Belastung: Mikrotraumen/Handbelastung werden diskutiert
Warum wir den Verlauf messen
Dupuytren kann langsam fortschreiten. Viele merken Veränderungen erst spät. Mit Messwerten (Winkel/Kraft) wird der Verlauf sichtbar – und Therapieentscheidungen werden präziser.
Diagnose: Tischplatten-Test & objektive Messung
- Klinik: Knoten/Stränge tastbar, Funktion wird geprüft
- Tischplatten-Test: Hand flach auflegen – gelingt das nicht, spricht das für Kontraktur
- Winkelmessung: Streckdefizit dokumentieren
- Verlauf: Fotos/Messung zur Therapieplanung
Bildgebung (Röntgen/MRT) ist meist nicht nötig, aber Differenzialdiagnosen (z. B. Arthrose/Verletzung) müssen bedacht werden.
Behandlung: OP, minimal-invasiv, konservativ – und wo ESWT einzuordnen ist
Operativ
- Partielle Fasziektomie (Standard)
- Dermofasziektomie (bei ausgeprägten Befunden)
Ziel: Stränge entfernen und Streckung verbessern – je nach Stadium.
Minimal-invasiv
- Nadelfasziotomie
- Kollagenase-Injektion (Rezidivrisiko beachten)
Ambulant möglich, je nach Befund/Strang geeignet.
Konservativ
- Ergo/Physio, Funktion erhalten
- Schienen (z. B. nachts)
- Verlaufsdokumentation
Besonders sinnvoll in frühen Stadien / zur Verlaufskontrolle.
Stoßwelle (ESWT) bei Dupuytren: Alternative zur OP – wenn es passt
Was wir beobachten (messbar)
- Verbesserung der Streckfähigkeit (Winkelmessung)
- Verbesserung der Handkraft (Kraftmessung)
- Alltagstauglichkeit (Greifen, Handschuh, Handdruck) nimmt zu
Dupuytren neueste Erkenntnisse: Forschung & neue Therapieideen
- Genetik: Risikovarianten; Häufung in Nordeuropa
- Diagnostik: Ansätze zur Aktivitätsmessung (Marker/Verlauf)
- Medikamentös: Anti-TNF-Ansätze (Studienlage in Entwicklung)
- Vergleichsstudien: OP vs. minimal-invasiv vs. Injektionen – Timing/Indikation
- Experimentell: ESWT/Laser/NAC – je nach Studienlage
Wenn du willst, ergänzen wir hier später 4–6 „seriöse Quellenlinks“ (NHS/AAOS/Handchirurgie-Gesellschaft), ohne dass es wissenschaftlich trocken wird.
Weiterlesen (intern)
Fazit & Praxis am Romanplatz
Dupuytren reicht von frühen Knoten bis zur funktionell relevanten Kontraktur. Entscheidend ist ein stadiengerechter Plan – und eine objektive Messung. In geeigneten Fällen kann ESWT eine Alternative sein, um invasive Schritte hinauszuzögern oder zu vermeiden.
Termin: online vereinbaren oder über Kontakt.
FAQ – Dupuytren & Stoßwelle
Was ist Morbus Dupuytren?
Eine gutartige Bindegewebserkrankung der Handfläche mit Knoten/Strängen, die zu einer Beugefehlstellung (Kontraktur) führen kann.
Wer ist besonders betroffen?
Häufig Männer ab etwa 50 Jahren. Familiäre Häufung und nordeuropäische Abstammung erhöhen das Risiko; auch Rauchen, Alkohol und Diabetes sind Risikofaktoren.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Meist klinisch: Knoten/Stränge tastbar, Tischplatten-Test und Winkelmessung. Wichtig ist die Funktionsbeurteilung (Streckung/Kraft/Alltag).
Ist Stoßwelle (ESWT) eine Alternative zur OP?
In geeigneten Fällen (v. a. frühe/mittlere Stadien, wenn Funktion noch beeinflussbar ist) kann ESWT eine Alternative oder Brücke sein. Bei fixierter, fortgeschrittener Kontraktur sind minimal-invasiv oder OP oft sinnvoller.
Wie macht ihr Fortschritt messbar?
Durch Winkelmessung (Streckdefizit) und Kraftmessung (Handkraft) – Vorher/Nachher. So entscheiden wir gemeinsam transparent über das weitere Vorgehen.