Hausarztpraxis am Romanplatz · München-Neuhausen/Nymphenburg

Magnesium: Wirkung, Mangel, Symptome, Blutwerte und Ernährung

Magnesium ist wichtig für Muskeln, Nerven, Herzrhythmus und Energieproduktion. Ein Magnesiummangel kann sich durch Müdigkeit, Muskelzucken, Kribbeln oder Herzstolpern bemerkbar machen. Der Magnesium-Blutwert liegt häufig etwa zwischen 0,7 und 1,0 mmol/l – entscheidend ist aber immer das Gesamtbild aus Symptomen, Medikamenten und Begleitfaktoren.

Magnesium gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen im menschlichen Körper. Viele Menschen suchen nach Antworten auf Fragen wie: Was bewirkt Magnesium?, wie viel Magnesium am Tag ist sinnvoll?, welche Symptome sprechen für einen Magnesiummangel?, wie aussagekräftig ist der Magnesium-Blutwert? und welche Lebensmittel enthalten viel Magnesium? Genau diese Fragen beantworten wir hier verständlich, medizinisch fundiert und praxisnah.

Romanplatz 9, 80639 München · Hausarzt nahe Neuhausen und Nymphenburg

Passend: Magnesium für Muskeln · Vitamin D · Calcium · Kalium · Natrium · Kalium zu niedrig · Kalium zu hoch · CRP · Blutwerte erklärt

Magnesium Wirkung im Körper: Muskeln, Nerven, Herzfunktion und Energieproduktion
Magnesium unterstützt unter anderem Muskeln, Nerven, Herzrhythmus, Energiehaushalt und den Elektrolytstoffwechsel.

Magnesium Wirkung: Was macht Magnesium im Körper?

Magnesium ist an hunderten biochemischen Prozessen beteiligt. Es wirkt als Co-Faktor zahlreicher Enzyme und ist wichtig für die normale Muskelfunktion, die Nervenreizleitung, die Energieproduktion, den Herzrhythmus und den Knochenstoffwechsel. Ohne Magnesium laufen viele ATP-abhängige Prozesse nicht effizient ab.

Medizinisch interessant ist Magnesium vor allem deshalb, weil es nicht nur ein „Sport- oder Krampf-Mineral“ ist, sondern ein zentraler Baustein für den gesamten Zellstoffwechsel. Gerade bei Müdigkeit, neuromuskulären Beschwerden, Reizbarkeit oder auffälligem Elektrolytprofil lohnt deshalb oft ein genauer Blick.

  • Muskeln: unterstützt Anspannung und Entspannung der Muskulatur.
  • Nerven: beeinflusst Reizleitung und neuromuskuläre Erregbarkeit.
  • Herz: spielt eine Rolle für die elektrische Stabilität des Herzrhythmus.
  • Energie: ist an ATP-abhängigen Stoffwechselprozessen beteiligt.
  • Knochen: gehört zum Mineralstoffgleichgewicht von Knochen und Zellen.
  • Elektrolyte: Magnesium steht in engem Zusammenhang mit Kalium, Calcium, Vitamin D und Natrium.
Wichtig: Magnesium wirkt nie isoliert. In der Praxis zählt fast immer das Zusammenspiel mit Ernährung, Medikamenten, Nierenfunktion, Darmgesundheit und anderen Elektrolyten.

Die 3 häufigsten Missverständnisse

  • „Magnesium ist nur für Krämpfe da“ → tatsächlich betrifft es auch Nerven, Herz und Energiehaushalt.
  • „Ein normaler Blutwert schließt alles aus“ → nein, der Serumwert bildet nur einen kleinen Teil des Gesamtmagnesiums ab.
  • „Viel hilft viel“ → häufig begrenzt eher die Verträglichkeit als die Tablettenstärke.

Für die ärztliche Einordnung sind Symptome, Begleitumstände, Medikamente und Verlauf oft wichtiger als ein isolierter Einzelwert.

Evidenz: Review zu Magnesium und Gesundheit · Magnesium basics

Wie viel Magnesium am Tag? Tagesbedarf und praktische Einordnung

Personengruppe Grobe Orientierung Praxisbedeutung
Erwachsene Frauen ca. 300 mg / Tag häufig ausreichend über gute Ernährung erreichbar
Erwachsene Männer ca. 350–400 mg / Tag bei einseitiger Ernährung oft nicht sicher gedeckt
Sport / starkes Schwitzen individuell höher Verluste und Elektrolytbilanz mitdenken
bei Erkrankungen / Medikamenten nicht pauschal ärztlich einordnen statt blind hochdosieren

Die entscheidende Praxisfrage

Die meisten Menschen fragen nicht nur nach Zahlen, sondern nach etwas viel Praktischerem: Reicht meine Ernährung aus – oder brauche ich ein Präparat?

Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Wie magnesiumreich der Alltag tatsächlich ist
  • Ob viel Sport, Schweißverlust oder Durchfall eine Rolle spielen
  • Ob Medikamente wie PPI oder Diuretika die Bilanz verändern
  • Wie gut Präparate individuell vertragen werden
Merke: „Wie viel Magnesium am Tag?“ ist keine reine Tabellenfrage. Entscheidend ist, ob Bedarf, Aufnahme, Ausscheidung und Verträglichkeit zusammenpassen.

Hintergrund: NIH ODS – Magnesium

Magnesium Schnell-Tabelle: Blutwert und grobe Einordnung

Magnesiumwert Grobe Einordnung Praxisbedeutung
< 0,7 mmol/l erniedrigt spricht für Hypomagnesiämie / Magnesiummangel
0,7–0,85 mmol/l unterer Normbereich zusammen mit Symptomen und Kontext bewerten
0,85–1,0 mmol/l Normbereich häufiger Bereich in der Hausarztpraxis
> 1,0 mmol/l oberer Bereich seltener; orale Zufuhr wird oft durch Verträglichkeit begrenzt

Was die Tabelle kann – und was nicht

Der Serumwert ist praktisch und im Alltag sehr nützlich. Er liefert aber nur einen Ausschnitt. Ein normaler Wert schließt nicht automatisch aus, dass Magnesium im klinischen Zusammenhang eine Rolle spielt.

  • Serumwert = sinnvoller Startpunkt
  • Symptome + Medikamente + Verlauf bleiben entscheidend
  • bei Beschwerden oft auch Kalium, Calcium, Vitamin D und Natrium mitbewerten

Evidenz: Hypomagnesemia: evidence-based approach · Improving diagnosis and treatment of hypomagnesemia

Magnesiummangel: Was bedeutet das eigentlich?

Ein Magnesiummangel, medizinisch Hypomagnesiämie, bedeutet, dass dem Körper zu wenig Magnesium zur Verfügung steht. Das kann durch zu geringe Zufuhr, verminderte Aufnahme im Darm, erhöhte Verluste über die Niere oder durch bestimmte Erkrankungen entstehen.

Ein echter deutlicher Mangel ist in der hausärztlichen Praxis seltener, als viele Werbeanzeigen vermuten lassen. Gleichzeitig gibt es aber Situationen, in denen Magnesium klinisch sehr wohl eine Rolle spielt – gerade zusammen mit anderen Elektrolyten, Medikamenten oder Magen-Darm-Themen.

  • zu wenig magnesiumreiche Ernährung
  • verminderte Aufnahme im Darm
  • erhöhte Verluste bei Durchfall oder über die Niere
  • Medikamente wie PPI oder Diuretika
  • Diabetes, höheres Alter oder reduzierte Nahrungszufuhr
Wichtig: Nicht jeder unspezifische Beschwerdenkomplex ist automatisch ein Magnesiummangel. Genau deshalb sind Labor, Anamnese und Kontext in der Praxis so wichtig.
Kurz erklärt

Typische Risikogruppen

  • Menschen mit einseitiger Ernährung
  • Patienten mit PPI- oder Diuretika-Therapie
  • Menschen mit chronischem Durchfall oder Darmproblemen
  • Patienten mit Diabetes
  • ältere Menschen mit geringer Essmenge
  • Personen mit starkem Schweißverlust oder hoher Belastung

Hintergrund: NIH ODS – Magnesium · Review zu Hypomagnesiämie

Symptome eines Magnesiummangels

Ein Magnesiummangel kann sich sehr unterschiedlich äußern. Typisch sind Beschwerden, die mit Nerven, Muskeln, der allgemeinen Belastbarkeit oder dem Herz-Kreislauf-System zusammenhängen.

  • Müdigkeit oder reduzierte Belastbarkeit
  • Muskelzucken oder Lidflattern
  • Kribbeln oder erhöhte Reizbarkeit
  • Herzstolpern oder palpatorische Unruhe
  • Kopfschmerzen oder bei manchen Patienten Migräne-Neigung
  • Muskelkrämpfe können vorkommen, sind aber nicht beweisend
Praxishinweis: Muskelkrämpfe werden oft sofort Magnesium zugeschrieben. Das stimmt nicht immer. Warum Krämpfe trotz Magnesium weiter bestehen können und welche Ursachen außer Magnesium infrage kommen, erklären wir ausführlich hier: Magnesium für Muskeln.
Mögliche Symptome eines Magnesiummangels wie Muskelzucken, Müdigkeit oder Krämpfe
Ein Magnesiummangel kann neuromuskuläre Beschwerden begünstigen – die genaue Ursache muss aber immer differenziert betrachtet werden.

Magnesium und Migräne: gibt es einen Zusammenhang?

Bei manchen Patienten mit Migräne wird Magnesium als unterstützende Strategie diskutiert. Reviews sehen dafür eine mögliche Evidenz, allerdings nicht in allen Studien gleich stark. Interessant ist das vor allem als Teil einer ärztlich eingeordneten Gesamtstrategie – nicht als Universalantwort.

Evidenz: Systematic review: Magnesium in migraine prophylaxis · Evidence-based review of oral magnesium in migraine

Magnesium Blutwert / Normalwerte: Wie aussagekräftig ist der Wert?

Messung Orientierungsbereich Bedeutung
Serum-Magnesium ca. 0,7–1,0 mmol/l Standardwert im Blut; gut für die erste Einordnung
RBC-Magnesium laborabhängig intrazelluläre Einschätzung, nicht überall Routine
Urin-Magnesium laborabhängig hilfreich bei Verdacht auf renale Verluste
Merke: Ein normaler Magnesium-Blutwert schließt klinisch relevante Zusammenhänge nicht sicher aus. Gerade Medikamente, Darmprobleme oder begleitende Elektrolytverschiebungen können die Bewertung verändern.
Blutröhrchen für die Bestimmung des Magnesium Blutwerts im Labor
Der Serumwert ist die Standardmessung im Alltag – aussagekräftig wird er vor allem zusammen mit Symptomen und Begleitfaktoren.

Warum der Serumwert nicht die ganze Geschichte erzählt

Nur ein kleiner Teil des gesamten Körper-Magnesiums befindet sich im Blut. Magnesium ist überwiegend intrazellulär gespeichert. Genau deshalb ist die Kombination aus Blutwert, Symptomatik, Medikamenten, Ernährung und Verlauf oft wesentlich nützlicher als der Laborwert allein.

Evidenz: Comprehensive review on magnesium disorders · Diagnosis and treatment of hypomagnesemia

Magnesium, Vitamin D und Calcium: warum diese drei oft zusammengehören

Magnesium wirkt im Körper nicht isoliert. Besonders wichtig ist das Zusammenspiel mit Vitamin D und Calcium. Diese drei Faktoren beeinflussen sich gegenseitig – vor allem in Bezug auf Knochenstoffwechsel, Muskelfunktion und neuromuskuläre Stabilität.

Magnesium ist an mehreren enzymatischen Schritten beteiligt, die für die Aktivierung von Vitamin D relevant sind. Das bedeutet: Ein Magnesiummangel kann dazu beitragen, dass Vitamin D im Körper schlechter aktiviert und genutzt wird. Umgekehrt kann eine Vitamin-D-Supplementierung den funktionellen Magnesiumbedarf erhöhen.

Calcium wiederum ist für Knochen, Muskeln, Nerven und Zellsignale essenziell. Vitamin D verbessert die Calciumaufnahme im Darm, während Magnesium an vielen Regulationsprozessen im Hintergrund beteiligt ist. Deshalb schauen wir bei auffälligen Beschwerden oder unklaren Laborwerten häufig nicht nur auf Magnesium allein, sondern auf das gesamte Mineralstoff- und Cofaktor-System.

  • Magnesium unterstützt enzymatische Aktivierungsschritte von Vitamin D
  • Vitamin D beeinflusst die Calciumaufnahme und den Knochenstoffwechsel
  • Calcium ist wichtig für Muskeln, Nerven und Knochen
  • Beschwerden können sich überlagern und nicht nur durch einen einzelnen Wert erklärbar sein
Praxisgedanke: Wer nur auf einen Laborwert schaut, übersieht manchmal das Zusammenspiel. Gerade bei Müdigkeit, Muskelproblemen, diffusem Unwohlsein oder ausbleibender Wirkung von Präparaten lohnt sich oft der Blick auf Vitamin D, Calcium und andere Elektrolyte mit.

Wann dieser Zusammenhang besonders relevant sein kann

  • Beschwerden trotz „normalem“ Magnesiumwert
  • Vitamin-D-Einnahme ohne spürbare Veränderung
  • Muskelzucken, Krämpfe oder diffuse Muskelsymptome
  • Fragen rund um Knochenstoffwechsel oder Mineralstoffhaushalt
  • mehrere auffällige oder grenzwertige Laborwerte gleichzeitig

Mehr dazu: Vitamin D – messen, einordnen und behandeln · Calcium – Bedeutung, Mangel und Blutwerte

Ursachen eines niedrigen Magnesiumwerts

Ernährung

Zu wenig Magnesium im Alltag

Wenig Nüsse, Kerne, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und grünes Gemüse: Das ist eine häufige, aber oft unterschätzte Ursache.

Medikamente

PPI, Diuretika und weitere Einflussfaktoren

Protonenpumpenhemmer können die Aufnahme beeinträchtigen, Diuretika die Ausscheidung erhöhen. Bei Beschwerden sollte man daran denken.

Erkrankungen

Darm, Niere, Diabetes

Chronischer Durchfall, Resorptionsstörungen, Diabetes oder renale Verluste können die Magnesiumbilanz deutlich verschieben.

In der Praxis sehen wir selten nur einen einzigen Grund. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen:

  • geringe Zufuhr + hoher Stress
  • Sport + starkes Schwitzen + unzureichender Elektrolytausgleich
  • PPI + empfindlicher Darm
  • Diuretika + höheres Alter + reduzierte Essmenge
Wichtig für die Beratung: Erst die Ursache verstehen, dann sinnvoll handeln. Sonst wird aus Magnesium schnell ein endloses „Ausprobieren“ ohne echten Plan.

PPI und Hypomagnesiämie: ein oft übersehener Zusammenhang

Gerade bei langfristiger Einnahme von Protonenpumpenhemmern ist Hypomagnesiämie ein relevanter, in Reviews wiederholt beschriebener Zusammenhang. Das bedeutet nicht, dass jeder PPI automatisch problematisch ist – aber bei Müdigkeit, neuromuskulären Beschwerden oder Rhythmusunruhe sollte man daran denken.

Evidenz: Systematic review: PPIs and hypomagnesemia · Meta-analysis: PPI use and risk of hypomagnesemia · PPI-induced hypomagnesemia review

Labor / Diagnostik: Serum, RBC, Urin – was ist sinnvoll?

Der Serumwert ist im hausärztlichen Alltag die gebräuchlichste Untersuchung. Er ist schnell verfügbar und für die erste Einordnung meistens sinnvoll. Gleichzeitig gilt: Nur ein kleiner Teil des Magnesiums zirkuliert im Blut.

  • Serum-Magnesium: Standard, gut als Startpunkt
  • RBC-Magnesium: kann intrazelluläre Aspekte besser abbilden
  • 24-h-Urin: nützlich bei Verdacht auf renale Verluste
Pragmatisch: In der Hausarztpraxis reichen oft zunächst Serumwert, Anamnese, Medikamentencheck und der Blick auf andere Elektrolyte. Spezialdiagnostik ist eher dann sinnvoll, wenn Beschwerden anhalten oder unklar bleiben.

Was wir zusätzlich mitdenken

  • Kalium und Natrium
  • Calcium
  • Vitamin D
  • Kreatinin / Nierenfunktion
  • Medikamentenliste
  • Darmbeschwerden / Resorptionsprobleme
  • Verlauf unter Ernährung oder Präparat

Genau diese Kombination macht die Interpretation oft deutlich wertvoller als ein isolierter Laborwert.

Evidenz: Improving diagnosis and treatment of hypomagnesemia

Magnesiumreiche Lebensmittel Tabelle

Lebensmittel Magnesium pro 100 g Praxisnutzen
Kürbiskerne ca. 400 mg sehr magnesiumreich, gut als Snack oder Topping
Mandeln ca. 270 mg alltagstauglich und zusätzlich gute Fette
Haferflocken ca. 140 mg einfach ins Frühstück integrierbar
Vollkornprodukte ca. 120 mg praktischer Basishebel im Alltag
Spinat ca. 80 mg gute Ergänzung in insgesamt mineralstoffreicher Ernährung
Praxis-Tipp: Kleine Alltagswechsel wirken oft mehr als große Vorsätze: Haferflocken statt leerem Weißbrot, Kürbiskerne ins Müsli, Nüsse als Snack, häufiger Vollkorn und bei Bedarf ein bewusst ausgewähltes Mineralwasser.

Hintergrund: NIH ODS – Magnesium

Magnesiumreiche Lebensmittel wie Kürbiskerne, Mandeln, Haferflocken, Spinat und Vollkornprodukte
Die beste Basis bleibt eine magnesiumreiche Ernährung – Präparate sind eher Ergänzung als Ersatz.

Magnesium in der Praxis: Was wir häufig beobachten

In der hausärztlichen Praxis sehen wir schwere echte Magnesiummängel eher selten. Viel häufiger begegnen uns Konstellationen, in denen Beschwerden, Medikamente, Ernährung und Elektrolyte zusammen betrachtet werden müssen.

Typisch ist zum Beispiel die Situation, dass Patienten einen Wert im Normbereich haben, sich aber trotzdem fragen, ob Magnesium klinisch eine Rolle spielt. Genau hier hilft kein pauschales „nehmen Sie einfach mehr“, sondern eine strukturierte Einordnung.

  • Viele Patienten liegen im Alltag eher im mittleren Normbereich
  • Höhere orale Dosen führen oft eher zu weichem Stuhl oder Diarrhö
  • Präparate werden individuell unterschiedlich vertragen
  • Form, Dosis, Zeitpunkt und Begleitumstände machen einen Unterschied
Wichtige Einordnung: Ob Magnesium spürbar hilft, hängt nicht nur am Laborwert, sondern auch an Verträglichkeit, intrazellulärer Verfügbarkeit, Begleitfaktoren und der eigentlichen Ursache der Beschwerden.
Praxiswissen

Citrat, Bisglycinat, Malat oder Oxid?

Viele Patienten fragen nach der „besten“ Magnesiumform. In der Praxis gibt es meist nicht die eine perfekte Wahl, sondern eher die Frage: Was passt zu Verträglichkeit, Ziel und Alltag?

  • Citrat: oft gute praktische Verfügbarkeit, aber schneller Darm-Effekt
  • Bisglycinat: wird von manchen Patienten besser vertragen
  • Malat: für einige tagsüber angenehm
  • Oxid: praktisch oft schwächer oder weniger beliebt

Sinnvoller als blinde Hochdosis ist meist: klein anfangen, Verträglichkeit beobachten und gezielt anpassen.

Praxis-Hinweis

Mehr ist nicht automatisch besser

Häufig steigt mit der Dosis zuerst der Darm-Effekt – nicht automatisch der Nutzen.

Praxis-Hinweis

Normwert ist nicht alles

Gerade bei sensiblen Patienten zählt der klinische Verlauf oft mehr als eine einzelne Zahl.

Praxis-Hinweis

Ursache zuerst verstehen

Wer nur supplementiert, aber Medikamente, Darm oder Elektrolyte übersieht, kommt oft nicht ans Ziel.

Wann zum Arzt bei Verdacht auf Magnesiummangel?

Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn Beschwerden wiederkehren, unklar sind oder sich nicht plausibel durch einfache Selbstmaßnahmen erklären lassen.

  • wiederkehrende Müdigkeit oder reduzierte Belastbarkeit
  • Herzstolpern, Schwindel oder palpatorische Unruhe
  • Kribbeln, Muskelzucken oder neuromuskuläre Auffälligkeiten
  • chronischer Durchfall oder bekannte Resorptionsprobleme
  • Nierenerkrankung oder viele Medikamente
  • keine Besserung trotz sinnvoller Ernährung oder Präparate
Bitte nicht nur selbst behandeln, wenn zusätzlich Brustschmerz, ausgeprägte Schwäche, Bewusstseinsveränderungen oder deutliche Rhythmusstörungen auftreten.

Was wir in der Praxis anschauen

  • Beschwerdebild und zeitlicher Verlauf
  • Ernährung und Trinkverhalten
  • Medikamente
  • Magnesium, Kalium, Calcium, Vitamin D, Nierenfunktion
  • bei Bedarf weitere Diagnostik

Passend dazu: Magnesium für Muskeln · Vitamin D · Calcium · Kalium erklärt · Natrium · Blutwerte verstehen

FAQ – Magnesium

Was bewirkt Magnesium im Körper?

Magnesium unterstützt Muskeln, Nerven, Herzrhythmus, Energieproduktion und den Knochenstoffwechsel. Es ist an zahlreichen enzymatischen Prozessen beteiligt und gehört zu den wichtigsten Mineralstoffen des Körpers.

Wie viel Magnesium am Tag ist sinnvoll?

Für Erwachsene werden grob etwa 300 mg pro Tag bei Frauen und 350 bis 400 mg pro Tag bei Männern als Orientierung genannt. Entscheidend sind aber Ernährung, Medikamente, Verträglichkeit und individuelle Situation.

Woran erkennt man einen Magnesiummangel?

Mögliche Hinweise sind Müdigkeit, Muskelzucken, Kribbeln, Reizbarkeit oder Herzstolpern. Muskelkrämpfe können vorkommen, sind aber nicht beweisend. Entscheidend ist immer der Gesamtzusammenhang.

Wie hoch sollte der Magnesium-Blutwert sein?

Der Serumwert liegt häufig grob im Bereich von etwa 0,7 bis 1,0 mmol/l, abhängig vom Labor. Ein normaler Wert schließt jedoch nicht sicher aus, dass Magnesium klinisch eine Rolle spielt.

Welche Ursachen hat ein niedriger Magnesiumwert?

Häufige Ursachen sind eine magnesiumarme Ernährung, Protonenpumpenhemmer, Diuretika, chronischer Durchfall, Diabetes oder andere Erkrankungen mit gestörter Aufnahme oder erhöhter Ausscheidung.

Welche Lebensmittel enthalten viel Magnesium?

Besonders magnesiumreich sind Kürbiskerne, Mandeln, Haferflocken, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und grünes Gemüse. Diese Lebensmittel bilden die beste Basis der Magnesiumversorgung.

Warum kann Magnesium für Vitamin D wichtig sein?

Magnesium ist an enzymatischen Schritten beteiligt, die für die Aktivierung von Vitamin D relevant sind. Deshalb kann ein Magnesiummangel dazu beitragen, dass Vitamin D im Körper schlechter genutzt wird. Mehr dazu lesen Sie auch im Beitrag Vitamin D.

Welche Rolle spielt Calcium zusammen mit Magnesium?

Calcium und Magnesium sind beide wichtig für Muskeln, Nerven und Knochenstoffwechsel. Beschwerden und Laborwerte sollten deshalb häufig nicht isoliert, sondern im Zusammenhang betrachtet werden. Mehr dazu im Beitrag Calcium.

Wann sollte man mit Magnesium zum Arzt?

Ein Arztbesuch ist sinnvoll bei wiederkehrenden Beschwerden, Herzstolpern, anhaltender Müdigkeit, Kribbeln, chronischem Durchfall, vielen Medikamenten oder wenn trotz sinnvoller Maßnahmen keine Besserung eintritt.

Magnesium-Check in München: Beschwerden sinnvoll einordnen statt blind supplementieren

Wir ordnen Beschwerden wie Müdigkeit, Muskelzucken, Herzstolpern oder auffällige Laborwerte hausärztlich ein, prüfen bei Bedarf Magnesium, Kalium, Calcium, Vitamin D und die Nierenfunktion – und entwickeln einen realistischen Plan aus Labor, Ernährung, Medikamentencheck und Verlauf.

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