Kalium & Kaliummangel: Funktion, Normwerte, Ursachen, Symptome & Behandlung
Nach der ersten Nennung sprechen wir von K⁺: Das Elektrolyt hält Nerven, Muskeln und den Körper im Takt. Diese Seite bündelt Normwerte (mmol/l), häufige Ursachen, Leitsymptome, Präanalytik, Ernährung (mg/Tag) und den Labor-Pfad.

Kalium im Körper: Warum es wichtig ist
Als wichtigstes intrazelluläres Kation sorgt K⁺ für elektrische Stabilität, Muskelkraft und Takt – in jeder Nerven- und Muskelzelle. Zusammen mit Natrium hält die Na⁺/K⁺-ATPase das Membranpotenzial aufrecht; so bleiben Reflexe, Muskelkraft und Rhythmus zuverlässig. Der Spiegel beeinflusst außerdem Blutdruck, Nierenfunktion und den Säure-Basen-Haushalt. Abweichungen fallen daher schnell auf – von Müdigkeit und Krämpfen bis hin zu Palpitationen.
- Erregbarkeit und Muskelkontraktion bleiben stabil – Gesundheit
- Normbereich im Serum: 3,5–5,0 mmol/l – Werte
- Rhythmus und Blutdruck profitieren von einem konstanten Spiegel – Herzrhythmusstörungen
- Bei Beschwerden gehören Labor und EKG dazu – Blut
- Elektrolyte arbeiten im Team (Na⁺/Mg²⁺/Ca²⁺) – Natrium
Normwerte (mmol/l) & Schnelle Orientierung
Die Bewertung ist immer kontextabhängig: Medikation, Hydratation, pH-Verschiebungen und die Präanalytik spielen hinein. Bei auffälligen Befunden gilt: nicht spekulieren – verlässlich messen, dann entscheiden.
- Serum-Spiegel im Normalbereich: 3,5–5,0 – Werte
- Pseudohyperkaliämie (Hämolyse) ausschließen – Erhöhte
- Risikogruppen regelmäßig kontrollieren – Gesundheit

Tagesbedarf (mg) & Ernährung – Praxisnah
Für Erwachsene werden häufig 3.500–4.700 mg pro Tag genannt. Eine pflanzenbetonte Kost deckt den Bedarf in der Regel problemlos. Situationen, in denen die Zufuhr angepasst werden muss, sind zum Beispiel eingeschränkte Nierenfunktion, bestimmte Herz-/Blutdrucktherapien oder Phasen mit starkem Flüssigkeitsverlust. Medikamente beeinflussen den Spiegel in beide Richtungen: kaliumsparende Diuretika, ACE-Hemmer und ARB eher nach oben, Schleifen-/Thiazid-Diuretika und Laxantien eher nach unten.
- Pflanzliche Quellen (Bohnen, Spinat, Nüsse) sinnvoll kombinieren – Lebensmitteln
- Schonendes Garen erhält K⁺, Auswaschen senkt den Gehalt – Kochen
- Ernährung an Befund und Therapie koppeln – Vitamin
Hypokaliämie (niedrig) – Ursachen, Symptome & Behandlung
Häufige Auslöser sind gastrointestinale Verluste (Durchfall, Erbrechen), Diuretika, Insulin-Shift und Magnesiummangel; seltener endokrin (renal/Hyperaldosteronismus). Leitsymptome: Müdigkeit, Muskelschwäche, Krämpfe, gelegentlich Rhythmusstörungen. Die Therapie richtet sich nach Ursache und Verlauf – sie kann Substitution, Mg²⁺-Ausgleich und ein Medikations-Feintuning umfassen.
- GI-Verluste und Laxantien als Treiber – Ursachen
- Leitsymptome rasch erkennen und bewerten – Symptome
- Substitution, Mg²⁺ und Medikationscheck – Behandlung
Wichtig: Neue Palpitationen, Schwäche oder Lähmungen sind ein dringender Anlass zur Abklärung.
Hyperkaliämie (hoch) – Ursachen, Symptome & Behandlung
Oft beteiligt sind reduzierte renale Exkretion, ACE-Hemmer/ARB/kaliumsparende Diuretika, metabolische Azidose oder Zellzerfall. Zuerst an Pseudohyperkaliämie denken (Hämolyse) – dann ursachenbezogen handeln. Ernährung kann in Absprache vorübergehend kaliumärmer gestaltet werden; wichtiger ist jedoch die Sicherung des Rhythmus und die Behandlung des Auslösers.
- Nierenfunktion und Medikamente im Blick – Nieren
- EKG bei Palpitationen, Schwindel oder Schwäche – Herzrhythmusstörungen
- Stufenplan: Bestätigung → Ursache → Therapie → Verlauf – Therapie
Präanalytik & Messfehler – Zuverlässig Messen
K⁺ ist präanalytisch sensibel: Langes Stauen, „Pumpen“, sehr dünne Kanülen oder harte Zentrifugation verursachen Hämolyse und scheinbar erhöhte Werte. Abhilfe: kurze Stauzeit, ruhiger Arm, Röhrchen korrekt mischen, zügiger Transport – und bei Zweifel die Abnahme wiederholen. Entscheidungen sollten immer auf verlässlichen Daten beruhen.
- Kontext (Medikation/Volumen/pH) berücksichtigen – Medizinische
- Laborwerte mit Beschwerden abgleichen – Werte
- Therapie nur auf solider Basis starten – Behandlung
Elektrolyte im Team: Natrium, Magnesium & Calcium
Spiegel beeinflussen einander: Natrium steuert Volumen und Blutdruck, Magnesium stabilisiert die Erregbarkeit – sein Mangel verschärft K⁺-Probleme –, Calcium koppelt Erregung an Kontraktion. Darum betrachten wir Werte nie isoliert, sondern als System.
Ernährung & mg/Tag: Alltagsnah Umsetzen
Pflanzliche Kost liefert reichlich K⁺: Kartoffeln (~420 mg/100 g), weiße Bohnen (~1180 mg), Spinat (~560 mg), Bananen (~360 mg), Nüsse (400–700 mg). Die Zufuhr wird an Befund, Nierenfunktion und Medikamente angepasst – nicht pauschal verbieten, sondern klug portionieren. Bei nachgewiesener Erhöhung helfen Auswasch-Techniken beim Kochen, bei Mangel eher schonend garen.
- Liste: hoch/mittel/niedrig plus Kochtipps – Kaliumreiche
- Bei bestätigter Erhöhung Portionsgröße/Auswaschen nutzen – Kaliumspiegel
- Messung & Plan statt Trial-and-Error – Ärztliche
Kurz & Knapp – Fakten für Patientinnen & Patienten
- Elektrolyt für Nerven, Muskeln, Kreislauf und Gesundheit.
- Erhöhte Messwerte immer verifizieren (mmol/l und EKG).
- Ursachen unterscheiden: renale Exkretion, Medikamente, pH, gastrointestinale Verluste.
- Symptome ernst nehmen: Müdigkeit, Muskelschwäche, Krämpfe.
- Den Verlauf wichtiger nehmen als eine Einmalmessung.
- Therapie stufenweise: Ursache → Substitution/Reduktion → Kontrolle.
- Blutdruck, Diabetes und chronische Erkrankungen mitdenken.
- Medikamente prüfen (ACE/ARB/Diuretika, Laxantien, Insulin).
- Magnesiumstatus mitprüfen; Mg-Mangel verschärft K⁺-Probleme.
- Nierenfunktion, Ausscheidung und Urin im Blick behalten.
- Azidose und Chlorid berücksichtigen (Säure-Basen-Haushalt).
- Kaliumverlust durch Durchfall/Erbrechen zeitnah ausgleichen.
- Nachhaltige Ernährung: Obst, Gemüse, pflanzliche Proteine.
- Getrocknete Aprikosen und Bananen sinnvoll portionieren.
- Kartoffeln und Bohnen liefern viele mg pro Portion.
- Bei Bluthochdruck: Zufuhr und Natrium-Balance abstimmen.
- Bestimmte Patientengruppen (Alter, Herz, renal) enger führen.
- Wissenschaftliche Quellen am Seitenende beachten.
- „Potassium“ ist die internationale Bezeichnung.
- Lange Symptome → ärztliche Abklärung statt Abwarten.
Externe Quellen (wissenschaftliche Orientierung)
- DGE – Referenzwerte & Empfehlungen
- AWMF – Leitlinien zu Elektrolytstörungen
- Deutsche Herzstiftung – Rhythmus & Elektrolyte
- RKI – Gesundheitsmonitoring
Die Inhalte ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung.
Labor & Sprechstunde
Wir prüfen Werte, ordnen Symptome ein und planen die nächsten Schritte – alltagsnah und sicher. Bei Bedarf binden wir Natrium, Magnesium, Calcium sowie Vitamine systematisch ein.