Eisenmangel: Ursachen, Symptome & Behandlung
Das Spurenelement ist zentral für Sauerstofftransport, Energie, Immunsystem und kognitive Leistung. Ein Defizit kann bis zur Eisenmangelanämie führen. Wir zeigen Anzeichen, sinnvolle Diagnostik (Ferritin, Transferrinsättigung) und Behandlung – von Ernährung über Präparate bis zur Infusion.

Eisenmangel: warum so häufig?
Ein verringerter Speicherstatus mindert den Sauerstofftransport und damit Leistungsfähigkeit und Konzentration. Betroffen sind u. a. Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere, Jugendliche, Ausdauersportler sowie Personen mit chronischem Blutverlust oder Resorptionsstörungen.
Was das Spurenelement im Körper leistet
Baustein von Hämoglobin in Erythrozyten, beteiligt an Energiegewinnung, Immunantwort und kognitiver Funktion. Ein stabiler Status schützt vor Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Erschöpfung; ein länger anhaltendes Defizit begünstigt Blutarmut.
Ursachen
- Zu geringe Zufuhr: wenig reiche Kost (z. B. Fleisch, Hülsenfrüchte, Vollkorn); Hemmstoffe (Phytate, Tee/Kaffee). Tipp: Vitamin‑C‑reiche Beilagen verbessern die Aufnahme.
- Erhöhter Bedarf: Wachstum, intensive Belastung, Schwangerschaft/Stillzeit.
- Blutverlust: starke Menstruation, OPs, häufige Spenden, okkulte GI‑Blutungen.
- Resorptionsstörung: Zöliakie, Morbus Crohn, nach Dünndarm‑OP.
Symptome
- Müdigkeit, Erschöpfung, Leistungsknick
- Blasse Haut, trockene Schleimhäute
- Haarausfall, brüchige Nägel, Restless‑Legs
- Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsprobleme
- Belastungsdyspnoe, Herzklopfen bei Blutarmut
Wenn daraus Blutarmut wird
Sinkt die Hämoglobin‑Bildung, entsteht eine mikrozytär‑hypochrome Anämie. Folgen: deutliche Leistungsminderung, Atemnot unter Belastung und Herzrasen als Kompensation. Früh klären – gezielt behandeln.
Diagnostik in der Hausarztpraxis am Romanplatz
Start mit Anamnese (Blutungsverlust, Ernährung, Leistung, Begleiterkrankungen) und Untersuchung. Für die Labordiagnostik bestimmen wir u. a.:
- Ferritin – Speicherstatus (bei Entzündung mit CRP einordnen)
- Transferrinsättigung (TSAT) – Verfügbarkeit/Transport
- Hämoglobin, MCV/MCH – Anämietypisierung
Je nach Befund prüfen wir Blutverlustquellen (z. B. GI‑Trakt) und Resorption. Mehr Hintergründe: Blutuntersuchung & Blutbild und Medizinische Diagnostik.

Lebensmittel – Absorption verbessern
Eine ausgewogene Kost beugt Defiziten vor. Tierisches Häm‑Eisen ist gut verfügbar; pflanzliche Quellen profitieren von Vitamin‑C‑reichen Beilagen.
- Tierisch: Rind, Leber, Wild, Muscheln
- Pflanzlich: Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Hirse, Quinoa, Spinat
- Aufnahme fördern: Paprika, Zitrus, Beeren; Hemmstoffe (Tee/Kaffee, Phytate) zeitversetzt

Bedarf – wie viel pro Tag?
Orientierungswerte (mg/Tag): Erwachsene ca. 11; Frauen im gebärfähigen Alter ca. 16; Schwangerschaft ca. 30. Ziele legen wir anhand Anamnese und Labor fest.
Therapie – von Präparaten bis Infusion
Orale Präparate
- Geeignet bei leichtem bis moderatem Defizit; Einnahme nüchtern oder mit Vitamin‑C
- Nebenwirkungen (z. B. Übelkeit) möglich – Präparat & Dosis individuell wählen
Intravenöse Gabe
- Bei Malabsorption, Unverträglichkeit, starkem Defizit oder wenn es schnell gehen muss
- Durchführung/Überwachung in der Praxis; Speicher zügig auffüllen
Vorbeugung & Kontrollen
- Abwechslungsreiche Kost; Vitamin‑C nutzen, Hemmstoffe beachten
- Regelmäßige Kontrollen von Ferritin, TSAT und Hb bei Risikogruppen
- Ursachen behandeln (Blutverlustquellen, Resorption) – so bleibt der Status stabil
Quellen & weiterführende Literatur
Wissenschaftliche Datenbanken
Institutionen & Leitlinien
Referenzwerte
FAQ – häufige Fragen
Wie schnell bessern sich Symptome?
Unter oraler Therapie oft erste Effekte nach 2–4 Wochen; Auffüllen der Speicher dauert länger. Nach Infusion meist schnelleres Ansprechen – abhängig vom Ausgangsstatus.
Schwangerschaft: besondere Empfehlungen?
Der Bedarf ist erhöht (ca. 30 mg/Tag). Wir prüfen Ferritin/TSAT früh und passen die Therapie (oral/i.v.) individuell an. Parallel auf ausgewogene Kost achten.
Vegetarisch/vegan – geht das ohne Defizit?
Ja, mit Fokus auf Hülsenfrüchte, Vollkorn, Saaten/Nüsse und Vitamin‑C‑reiche Kombinationen; Hemmstoffe meiden. Bei Beschwerden/Risiko: Laborcheck und ggf. Supplement.
Sportler: worauf achten?
Höherer Bedarf durch Belastung/Schweißverluste. Regelmäßige Kontrollen und frühzeitige Anpassung von Zufuhr oder Supplementen sind sinnvoll.
Individuelle Abklärung & Therapie
Wir klären Ihren Status strukturiert (Ferritin, TSAT, Hb) und wählen die passende Behandlung – verständlich, transparent und alltagstauglich.