Diagnostik & Untersuchungen beim Hausarzt: vom Tresen bis zur ärztlichen Einordnung
Auf dieser Seite geht es nicht um „alle Leistungen“, sondern um Diagnostik: Wie wir Symptome schnell einordnen, welche Untersuchungen wann sinnvoll sind – und wie aus Messwerten eine klare Entscheidung wird.
Standort (für die Anfahrt): Romanplatz 9 (Rückgebäude), 80639 München.
Leitlinien & Evidenz (dofollow): ESC/ESH Hypertonie · ESH Blutdruck-Monitoring · GOLD COPD 2025 · GINA 2025
Workflow: Diagnostik beginnt am Tresen – und endet mit einem Plan
Erstes Bild am Empfang
Diagnostik startet oft, bevor ich Sie sehe: Unsere MFAs nehmen Ihr Anliegen auf, sortieren Dringlichkeit („Red Flags?“) und entscheiden, welche Schnelltests oder Basiswerte direkt sinnvoll sind.
POCT / Vitalwerte / Kurz-EKG
Je nach Symptomlage können schon am Anfang objektive Daten entstehen – damit wir beim Gespräch nicht bei Vermutungen bleiben, sondern eine Richtung bekommen.
Ärztliche Entscheidung
Am Ende zählt die Einordnung: Was bedeutet der Befund im Kontext? Was ist wahrscheinlich? Was müssen wir ausschließen? Danach folgt ein konkreter Plan: Therapie, Kontrolle oder Weiterabklärung.
POCT am Tresen: wenn Minuten zählen
Ein großer Teil unserer Diagnostik ist Point-of-Care: Schnelltests, die wir direkt in der Praxis durchführen, weil sie die Entscheidung im Termin verbessern. Das passiert oft schon vor dem Wartezimmer.
Typische Situationen
- Längerer Husten + Fieber: CRP noch vor dem Wartezimmer, um Entzündung objektiv einzuordnen.
- Brustschmerz / Luftnot / Kreislauf: je nach Lage EKG + POCT-Herzmarker als schneller Entscheidungsbaustein.
- Halsschmerzen: Streptokokken-Test, wenn es klinisch passt.
Evidenz (dofollow): Cochrane Review: Biomarker-POCT (inkl. CRP) · NICE: CRP Testing in Primary Care
Cardio-POCT (je nach Fragestellung)
In bestimmten Situationen kann ein Cardio-POCT als schneller Hinweis dienen (z. B. bei akuter Symptomlage) – immer zusammen mit klinischer Einordnung, Vitalwerten und ggf. EKG.
Hinweis: Welche Marker sinnvoll sind, hängt stark von Symptomlage, Vortest-Wahrscheinlichkeit und Leitlinien ab. Wir nutzen POCT als Entscheidungshilfe – nicht als Ersatz für klinisches Denken.
Timing: Was ist sofort da – was braucht Zeit?
| Baustein | Wofür typischerweise? | Timing |
|---|---|---|
| POCT (z. B. CRP) | Entzündung/Infekt als Entscheidungshilfe im Gesamtkontext | oft Minuten |
| EKG | Rhythmus/Ischämie-Hinweise bei passenden Beschwerden | sofort + Einordnung |
| Ultraschall | Fragestellungsbezogen (z. B. Abdomen/Schilddrüse) | sofort erklärbar |
| Lungenfunktion | Asthma/COPD, Husten/Dyspnoe, Verlauf | sofort messbar |
| 24h-Blutdruck | Tagesprofil/Nachtwerte, Therapie-Kontrolle | Auswertung nach Rückgabe |
| Labor (Partnerlabor) | Breiter/vertiefter Blick (Stoffwechsel/Organe/Verlauf) | häufig 24–48 h |
Diagnostik-Bausteine: was wir wofür einsetzen
Basis vor Technik
- Anamnese: Verlauf, Trigger, Risiken, Medikamente, Vorbefunde
- Untersuchung: Herz/Lunge/Bauch, ggf. Kurz-Neurologie
- Vitalwerte: Blutdruck, Puls, SpO₂, ggf. Temperatur
- Urin-Screening je nach Fragestellung
Technische Diagnostik
- Labor (breit/vertieft, Verlauf)
- EKG (Rhythmus/Belastung je nach Indikation)
- Ultraschall (fragestellungsbezogen)
- Lungenfunktion (Asthma/COPD, Verlauf)
- 24h-Blutdruck (Profil/Nachtwerte)
- POCT (schnelle Entscheidungshilfe)
Gesamtüberblick über alle Praxisbereiche findest du auf der Hub-Seite Leistungen. Hier geht es bewusst nur um Diagnostik.
Labor: wenn „breiter Blick“ oder Verlauf wichtig ist
Laborwerte sind besonders hilfreich bei unspezifischen Beschwerden (Müdigkeit, Infektanfälligkeit), zur Vorsorge sowie für Verlaufskontrollen chronischer Erkrankungen. Entscheidend ist die Interpretation im Kontext.
Typische Labor-Bausteine
- Stoffwechsel: Glukose, HbA1c, Lipide
- Organe: Leber, Niere
- Blutbild: Anämie-/Infekt-Hinweise je nach Anlass
- Entzündung: z. B. CRP (Kontext!)
- Elektrolyte: je nach Therapie/Situation
EKG: Rhythmusfragen objektivieren
Ein Ruhe-EKG hilft bei Rhythmusfragen, Herzstolpern oder zur Einordnung von Beschwerden. Es ersetzt nicht jede weiterführende Diagnostik – kann aber wichtige Hinweise geben.
Wann ein EKG besonders sinnvoll ist
- Herzstolpern, Palpitationen
- Brustdruck/Engegefühl (bei Red Flags: Notfall!)
- Schwindel, Leistungsknick (nach Einordnung)
- Risikoprofil/Verlaufskontrolle
Leitlinie/Quelle (dofollow): ESC/ESH Hypertonie.
Belastungs-EKG (wenn indiziert)
Ein Belastungs-EKG kann bei belastungsabhängigen Beschwerden sinnvoll sein – je nach Risikoprofil und Fragestellung. Wir entscheiden das nach Einordnung (nicht „automatisch“).
- Belastungsabhängige Symptome
- Risikostratifizierung
- Therapiekontrolle in ausgewählten Fällen
Je nach Befund kann eine Weiterabklärung (z. B. Kardiologie) sinnvoll sein.
Ultraschall (Sonografie): stark, wenn die Frage stimmt
Ultraschall ist besonders hilfreich, wenn Beschwerden, Risikofaktoren oder Laborbefunde eine Richtung vorgeben. Er ist strahlenfrei und ermöglicht schnelle Einordnung.
Typische Einsatzgebiete
- Abdomen: Leber/Galle/Nieren je nach Frage
- Schilddrüse: Knoten/Struma/Verlauf
- Gefäße: je nach Indikation
Standards/Leitlinien (dofollow): DEGUM Standard-Abdomen · AWMF S3 Schilddrüsenknoten
Lungenfunktion (Spirometrie): messen, ob Atemwege „eng“ sind
Bei Husten, Atemnot oder Belastungsdyspnoe liefert die Lungenfunktion objektive Messwerte. Das ist wichtig für die Unterscheidung und Verlaufskontrolle z. B. bei Asthma/COPD.
Typische Gründe
- Belastungsatemnot, Husten
- Verdacht auf Asthma/COPD
- Therapiekontrolle / Verlauf
Leitlinien/Quelle (dofollow): GOLD 2025 · GINA 2025 · NVL COPD (AWMF)
Was du zum Termin mitbringen kannst
- Vorbefunde/Arztbriefe
- Medikamentenliste (v. a. Inhalativa)
- Fragen/Verlauf (seit wann, Trigger, Belastung)
So wird Diagnostik schneller: klare Frage + gute Vorinfos.
24h-Blutdruck: Tagesprofil & Nachtwerte sehen
Einzelmessungen sind fehleranfällig (Stress, Tagesform, „Weißkittel-Effekt“). 24h-Blutdruck zeigt Tagesprofil und Nachtwerte – oft die Basis für bessere Therapieentscheidungen.
Typische Fragen
- Ist es wirklich Bluthochdruck?
- Wie sind die Nachtwerte?
- Wirkt die Therapie über 24 Stunden?
Leitlinien/Quelle (dofollow): ESC/ESH Hypertonie · ESH Monitoring
Praktisch: so läuft’s
- Gerät anlegen, Alltag normal gestalten
- Am nächsten Tag Rückgabe
- Auswertung + Besprechung
Wenn sinnvoll, kombinieren wir das mit Labor/EKG – je nach Frage.
Evidenz & Leitlinien (Auswahl)
Diese Quellen stützen genau die Diagnostik-Bausteine, die wir oben beschrieben haben – ohne „Marketing“, nur Fachgrundlage.
Blutdruck / ABPM
Ultraschall
POCT / CRP
Red Flags: wann du nicht warten solltest
- starke/neu auftretende Brustschmerzen, Luftnot
- Lähmungen, Sprach-/Sehstörungen
- Bewusstlosigkeit, schwere Verwirrtheit
- anhaltender Schwindel, Herzstolpern mit Beschwerden
- ungeklärte starke Schwäche, Gewichtsverlust
- neu/wiederkehrend: Atemnot oder Blut im Stuhl/Urin
Außerhalb der Sprechzeiten: ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117.
Vorbereitung: damit Diagnostik schneller „sitzt“
Bring idealerweise mit
- Medikamentenliste (inkl. Dosierung)
- Vorbefunde / Arztbriefe / Laborwerte
- Symptomtagebuch (wann, wie oft, Trigger)
- bei Blutdruck: eigene Messungen (falls vorhanden)
Nüchtern?
Kommt auf die Fragestellung an. Für bestimmte Werte (z. B. Nüchternblutzucker/Lipide) ist nüchtern sinnvoll. Du bekommst vorab eine klare Empfehlung.
Kosten: Indikation, Kasse & optionale Ergänzungen
Kassenleistung
Medizinisch begründete Diagnostik (bei Beschwerden/Indikation) ist in der Regel Kassenleistung. Wir wählen Untersuchungen nach medizinischem Bedarf.
Optionale Ergänzungen
Ergänzungen (z. B. zusätzliche Marker/Screening nur bei Sinn) besprechen wir transparent vorab. Ziel: sinnvoll statt maximal.
Wenn du nicht Diagnostik suchst, sondern den Gesamtüberblick: Leistungen.
FAQ – häufige Fragen zur Diagnostik
Wie schnell bekomme ich Ergebnisse?
POCT oft in Minuten. Viele Laborwerte häufig innerhalb von 24–48 Stunden. Spezialwerte ggf. länger.
Was ist der Unterschied zwischen POCT und Labor?
POCT liefert ausgewählte Werte sehr schnell. Labor ist breiter/tiefer. Beides ist gut – je nach Fragestellung.
Kann man „einfach mal alles testen“?
Sinnvoller ist: erst die Frage klären (Symptome/Risiken), dann gezielt testen. Das reduziert Zufallsbefunde und macht Ergebnisse wirklich brauchbar.
Termin & Kontakt (für Abklärung)
Diagnostik ist Teamarbeit: MFA-Triage + POCT + ärztliche Einordnung – damit aus Untersuchungen ein klarer Plan wird.