Magnesium & Magnesiummangel: Ursachen, Symptome & Muskelschmerzen – Behandlung & Vorbeugung
Wenn Muskelschmerzen, Krämpfe oder Zuckungen immer wiederkommen, steckt oft ein Magnesiummangel dahinter – manchmal trotz „normalem“ Blutwert. Hier erfährst du, woran du einen Mangel erkennst, welches Mg bei Muskelschmerzen wirkt, wie schnell es hilft, wieviel mg sinnvoll sind und wie du den Mangel nachhaltig behebst – inkl. 10-Tage-Plan.

Mg-Check & Muskelkrampf-Analyse – Termin in München
Krämpfe, Zuckungen, Muskelschmerzen? Wir prüfen Ursachen, Labor & Magnesiummangel – mit individuellem Ernährungs- & Dosierplan.
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Diagnostik & Verlauf
Romanplatz · Neuhausen/Nymphenburg
Hilft Mg bei Muskelschmerzen?
Ja – wenn Magnesiummangel beteiligt ist: neuromuskuläre Erregbarkeit ↓, Krampfneigung ↓, Spannungsgefühl ↓. Bei reinem DOMS (Muskelkater) ist der direkte Effekt begrenzt; hier zählen Schlaf, Wärme, lockere Bewegung und Protein.
Wie schnell wirkt Mg?
Krampfbetont: Tage–2 Wo.; länger defizitär: 2–6 Wo. – abhängig von Form, Dosis, Regelmäßigkeit und ob Auslöser (z. B. Medikamente/geringe Aufnahme) behoben werden. GI-Beschwerden? Dosis halbieren oder Form wechseln (z. B. Bisglycinat).
Magnesium im Körper: warum der Mineralstoff zählt
- Muskeln & Nerven: Membran-Stabilisierung → weniger Krämpfe/Muskelschmerzen
- Energie (ATP): Co-Faktor in > 300 Enzymen
- Elektrolyte: Interplay mit Kalium & Calcium – zentral für Herz/Nerven
- Gefäße: moderat gefäßerweiternd
- Gehirn: Neurotransmitter-Beteiligung; bei manchen Migräne-Patient:innen hilfreich
Serum-Mg ≈ 1 % des Gesamtbestands – Symptome & Verlauf sind entscheidend.
Ursachen für Magnesiummangel
Gesteigerter Verlust
- Schwitzen (Ausdauer/Hitze), Alkohol, Diuretika (Thiazide/Schleife)
- PPI („Magenschutz“) langfristig, manche Chemo/Immunsuppressiva
Aufnahme-Probleme
- Zöliakie, CED, post-bariatrische OP, chronische Diarrhö
Mehrbedarf
- Schwangerschaft/Stillzeit, Wachstum, intensiver Sport, Stress, Hyperthyreose
Ernährung
- stark verarbeitete Kost; wenig Nüsse/Vollkorn/Grünzeug; hohe Phytate ohne Einweichen/Sauerteig
Diagnostik: sicher statt Rätselraten
- Anamnese: Ernährung, Sport/Schwitzen, Medikamente (PPI/Diuretika), GI-Themen
- Labor (Basis): Serum-Mg, Kalium, Calcium; ggf. Niere, HbA1c, Vitamin D, TSH
- Interpretation: grenzwertiges Mg + passende Symptome → Therapie & Verlauf
- Nachkontrolle: 4–8 Wo. (Tagebuch: Krämpfe 0–10, Schlaf, Energie)
Ernährung: die besten Quellen – schnell alltagstauglich
Lebensmittel (Portion) | ≈ Mg-Gehalt |
---|---|
Kürbiskerne 30 g | ≈ 160 mg |
Spinat, gegart 150 g | ≈ 120 mg |
Quinoa, gegart 150 g | ≈ 90 mg |
Mandeln/Cashews je 30 g | ≈ 75–80 mg |
Haferflocken 50 g | ≈ 65 mg |
85 % Schokolade 30 g | ≈ 65–70 mg |
Mg-reiches Mineralwasser 0,5 l | ≥ 50–100 mg |

Meal-Prep-Hack: Quinoa/Spinat/Olivenöl + Zitrone + Nüsse → Mittags-Magnesium ohne Kochen im Büro.
NIH-ODS-Lebensmittelliste: magnesium – lebensmittel
Supplemente: Formen, Verträglichkeit & Einsatz
Form | Aufnahme | Verträglichkeit | Typischer Einsatz |
---|---|---|---|
Mg-Bisglycinat | gut | sehr gut | abends, sensibler Darm, Schlaf |
Mg-Malat | gut | gut | tagsüber, Energietief |
Mg-Citrat | gut | mittel | Allrounder bei Krampfneigung |
Mg-Oxid | gering | eher mäßig | viel mg/Tablette → öfter Durchfall |
Mg-Taurat | gut | gut | Herz/Nerven, individuell |
Mg-L-Threonat | unklar | gut | „Brain-Hype“, Evidenz begrenzt |
- Einnahme zu Mahlzeiten, 2–3 Dosen/Tag → bessere Verträglichkeit
- GI-Beschwerden? Dosis halbieren oder Form wechseln (z. B. Bisglycinat)
- Transdermal angenehm, aber systemisch unzuverlässig → nicht alleinige Therapie
Wieviel mg Magnesium bei Muskelschmerzen & Krämpfen?
- Alltag/Zielbereich: 300–400 mg/Tag gesamt (Ernährung + Supplement)
- Start: 150–200 mg 2×/Tag (4–6 Wo.) → Erhaltung 200–300 mg/Tag
- Niereninsuffizienz (eGFR < 45): nur ärztlich, niedrig dosieren
- Abstände: 2–4 h zu Thyroxin/Antibiotika/Bisphosphonaten; nicht zeitgleich mit Eisen/Zink/Calcium
Referenzen: EFSA – Reference Values · DGE – Referenzwerte · NIH/ODS – Fachinfo
Muskelkater realistisch einschätzen
Mg ist kein Wundermittel gegen DOMS. Wichtig bleiben: Schlaf & Regeneration, Protein (1,2–1,6 g/kg), lockeres Auslaufen, Wärme. Es hilft indirekt, wenn Krampfneigung mitspielt.

Sport, Krämpfe & Regeneration – praxiserprobt
- Nächtliche Wadenkrämpfe: bei Mangel oft rasch besser (Tage–Wochen)
- Ausdauer/Hitze: Schweißverluste (Na/K/Mg) ausgleichen → sonst Krämpfe/Leistungstief
- Vor Wettkampf – 3-2-1-Regel: 3 Tage vorher 150–200 mg 2×/Tag; 2 h vor Start keine neue Mg-Dosis; 1 isotonisches Getränk/Std. je nach Hitze/Schweiß
Natrium ist bei Krampfneigung häufig limitierender als Mg. Bei salzarmer Kost krampft man trotz Mg – Salz/Natrium prüfen!
Höchstmengen (Nahrungsergänzung)
BfR: Höchstmenge aus Nahrungsergänzung 250 mg/Tag – auf 2+ Portionen verteilen.
Wechselwirkungen – bitte beachten
- Antibiotika (Tetrazykline/Fluorchinolone), Bisphosphonate, Levothyroxin: 2–4 h Abstand
- Calcium/Eisen/Zink: konkurrierende Transporter – zeitlich trennen
- Diuretika & PPI: erhöhen Mangelrisiko → Bedarf checken
- Digitalis/Antiarrhythmika: ärztlich abstimmen
Sicherheit, Nebenwirkungen & Red Flags
- Häufig: weicher Stuhl/Diarrhö → Dosis/Form anpassen
- Selten/ernst: bei Niereninsuffizienz Risiko erhöhter Spiegel (Übelkeit, Blutdruckabfall, Muskelschwäche)
- Red Flags: Rhythmusstörungen/Synkopen; neuromuskuläre Ausfälle; Krampfanfälle; rascher Gewichtsverlust/chronische Diarrhö; Persistenz trotz 4–6 Wo.
10-Tage-Magnesium-Starthilfe (Praxis-Plan)
Tag 1–10
- Ernährung: täglich 2 Top-Quellen (z. B. 30 g Kürbiskerne + 150 g Spinat/Quinoa)
- Supplement: 150–200 mg morgens + 150–200 mg abends (verträgliche Form)
- Abstand: 2–4 h zu Thyroxin/Antibiotika/Bisphosphonaten; nicht mit Eisen/Zink/Calcium
- Protokoll: Krämpfe (0–10), Schlaf, Energie, Herzstolpern täglich notieren
Tag 14–28
- Wirkung/Verträglichkeit checken; ggf. auf 200–300 mg/Tag senken (Erhaltung)
- Persistenz → Hausarzt-Check (Labor/ECG/Medikamentenreview)
Mythencheck & unbekannte Fakten
- „Serum-Mg normal = kein Mangel.“ – falsch; funktionelle Mangellagen sind möglich
- „Mehr ist besser.“ – nein; zu viel → GI-Beschwerden, kein Zusatznutzen
- „Transdermal reicht.“ – nein; allenfalls ergänzend
- „Nur Sportler brauchen Mg.“ – falsch; PPI/Diuretika, GI-Themen, Schwangerschaft → häufiges Defizit
Studien (extern) – Magnesium, Muskelschmerzen & Krämpfe
Weiterlesen (intern)
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