Natrium im Körper: Symptome & Ursachen von Natriummangel (Hyponatriämie)
Natrium (Na⁺) steuert den Wasserhaushalt, ermöglicht Nervenimpulse und Muskelkontraktion und beeinflusst den Blutdruck. Dieser Ratgeber zeigt Patientinnen und Patienten, wie Hyponatriämie entsteht, welche Symptome typisch sind, welche Ursachen dahinterstecken – und welche Behandlung sinnvoll ist.

Natrium im Körper – warum der Mineralstoff zentral ist
Der Elektrolyt hält den osmotischen Druck aufrecht, verteilt Wasser zwischen intra- und extrazellulären Räumen, stabilisiert den Blutdruck und ermöglicht die Reizweiterleitung. Zusammen mit Kalium bildet er das Gegenspieler-Paar der Natrium-Kalium-Pumpe – Details im Kalium-Ratgeber. Ein ausgewogenes Milieu ist die Basis für Herzrhythmus, Denkleistung und Muskelkraft.
Im Praxisalltag sehen wir v. a. im Winter mehr leichte Defizite: viel sehr mineralarmes Leitungswasser, viel Tee, wenig Mineralwasser → Schwindel, Müdigkeit, Krämpfe. Hilfreich sind passende Lebensmittel, kluge Flüssigkeitssteuerung und bei Bedarf Blut- & Laborwerte (Serum-Na im Blut).
Funktionen – was Na⁺ im Körper leistet
Wasserhaushalt & Blutdruck
Na⁺ steuert den Flüssigkeitstransport über Zellmembranen und hält das Verhältnis von intra-/extrazellulären Räumen stabil – Grundlage für Zellfunktion und Kreislauf. Kleine Abweichungen können Ödeme oder Kreislaufschwäche triggern.
Nerven & Muskeln
Als Ladungsträger ermöglicht der Elektrolyt die Generierung und Weiterleitung elektrischer Impulse. Störungen zeigen sich u. a. als Symptome wie Muskelkrämpfe, Schwindel oder Konzentrationsprobleme.
pH-Balance & Transport
Über Puffer- und Transportmechanismen stabilisiert der Mineralstoff den pH-Wert und unterstützt den Transport von Glukose/Aminosäuren sowie den Abtransport von Stoffwechselprodukten.
Praxisbeobachtung – Winter, Leitungswasser & Tee
In der kalten Jahreszeit begegnen uns vermehrt Fälle von Natriummangel ohne starkes Schwitzen: viel Kaffee/Tee, wenig elektrolythaltige Getränke, oft sehr natriumarmes Leitungswasser. Typisch sind unspezifische Symptome wie Schwindel oder diffuse Müdigkeit. Hier helfen Alltagstipps sowie – bei Bedarf – Labor plus Anpassung von Küche und Trinkmenge.

Na⁺/K⁺-Pumpe – der unterschätzte Motor
Hyponatriämie – Natriummangel erkennen: Ursachen & Symptome
Häufige Ursachen
- Geringe Zufuhr (sehr salzarm, viel natriumarmes Wasser)
- Verluste: starkes Schwitzen, Erbrechen, Durchfall, Ausdauerbelastung
- Medikamente: v. a. Diuretika; ggf. ACE-Hemmer, Laxantien, Antidiabetika
- Organisch: Nieren-/Herzinsuffizienz, Lebererkrankungen
- SIADH (inadäquate ADH-Sekretion) → Wasserretention → Verdünnung des Serum-Na
Typische Symptome
- Müdigkeit, Kopfschmerz, Übelkeit
- Schwindel, Verwirrtheit, Konzentrationsstörung
- Muskelkrämpfe/-schwäche, niedriger Blutdruck
- Schwer: Krampfanfälle, Bewusstseinsstörung – Notfall
Referenzbereich Serum-Na: ca. 135–145 mmol/l. Schon milde Abweichungen können Beschwerden verstärken – daher prüfen wir frühzeitig Blutwerte und Verlauf.
Behandlung – Therapie bei Natriummangel
Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Schweregrad und Verlauf. Grundprinzipien:
- Ursache klären (Zufuhr, Verluste, Medikamente, SIADH, Nieren/Herz)
- Langsame Korrektur mit engmaschigen Kontrollen – zu schnelle Anhebung kann ODS auslösen
- Kontrollen: Serum-Na, Kalium, Osmolalität; Klinik, Hydration, Blutdruck
- Alltagstaugliche Steuerung von Flüssigkeit und Ernährung, Medikations-Review
Abklärung & Verlaufskontrolle: medizinische Diagnostik, Check-up, Labor.
Hypernatriämie – Natriumüberschuss vermeiden: Ursachen, Symptome & Risiken
Ursachen
- Hohe Salzzufuhr (verarbeitete Lebensmittel, Fast Food)
- Zu geringe Flüssigkeitszufuhr (Dehydratation)
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Einige Medikamente (Elektrolytverschiebungen)
Symptome & Risiken
- Durst, trockene Schleimhäute
- Ödeme, Anstieg des Blutdrucks
- Kopfschmerz, Schwindel; schwer: neurologische Symptome
Langfristig erhöht eine dauerhaft hohe Zufuhr das Risiko für Hypertonie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ernährung – natriumreich vs. natriumarm (Auswahl)
Natriumreich – reduzieren/selten
- Pökelfleisch (bis ~15 g/100 g), Sojasauce (~10–15 g/100 g)
- Schmelzkäse (~3–4 g/100 g), Salami (~2–3 g/100 g), Hering (~2–3 g/100 g)
- Salzstangen, Chips, Brezeln (~1.5–2.5 g/100 g)
- Fertiggerichte (z. B. Instant-Suppen), Pizza, Hartkäse
- Dosen-Thunfisch (~0.7–1.0 g/100 g)
Natriumarm – Basis der Küche
- Reis (~0.01 g/100 g), frisches Obst/Gemüse
- Frisches Fleisch/Fisch, Eier, naturbelassene Milchprodukte
- Vollkornprodukte; würzen mit Kräutern & Gewürzen statt Salz
Mehr Mineralstoff-Balance: Magnesium · Kalium · Vitamin D · Vitamin B12.
Flüssigkeitszufuhr – die richtige Menge für stabile Werte
Viele Erwachsene fahren gut mit ~2–3 l/Tag; bei Hitze, Sport, Fieber entsprechend mehr. Mineralwasser mit moderatem Na-Gehalt (≈50–200 mg/l) kann sinnvoll sein; sehr mineralarmes Leitungswasser ist für Personen mit Überschussrisiko günstig. Bei intensiver Belastung helfen isotone Getränke.
Markenprofile & Empfehlungen: Mineralwasser-Test. Für individuelle Ziele bieten wir eine Trinkwasserberatung.
Vergleich – Hyponatriämie vs. Hypernatriämie (Kurzüberblick)
Aspekt | Hyponatriämie (Natriummangel) | Hypernatriämie (Überschuss) |
---|---|---|
Häufige Auslöser | Zu wenig Zufuhr, Verluste, SIADH, Diuretika | Hohe Zufuhr, Dehydratation, Niereninsuffizienz |
Leitsymptome | Müdigkeit, Schwindel, Krämpfe, Verwirrtheit | Durst, Ödeme, Kopfschmerz, Blutdruckanstieg |
Erster Schritt | Ursache klären, langsam korrigieren | Flüssigkeit steuern, Zufuhr reduzieren |
Kontrollen | Serum-Na, K, Osmolalität, Klinik | Serum-Na, K, Osmolalität, Klinik |
Besondere Zielgruppen – Sportler & ältere Patienten
Sportler
Bei intensiver Belastung steigen Schweiß- und Elektrolytverluste. Sinnvoll: isotonische Getränke, angepasste Zufuhr, Monitoring bei Krämpfen/Leistungsknick. Individuelle Planung im Check-up.
Senioren
Mit dem Alter sinkt oft das Durstgefühl → Risiko für Dehydratation und Hyponatriämie/Hypernatriämie. Hilfreich sind Trinkpläne, salzbewusste Küche und regelmäßige Blut-Kontrollen.
Trinkwasserberatung & Wassertest – individuell
Leitungswasser ist sauber – aber je nach Region sehr mineralarm. Wir prüfen, welches Wasser zu Ihren Zielen passt (z. B. Blutdruck, Reflux, Muskelkrämpfe) und wie Sie Kochsalz, Kalium, Magnesium & Hydrogencarbonat optimal nutzen. Start: Mineralwasser-Test; ergänzend beraten wir im Rahmen unserer Leistungen.
Praxis & Diagnostik – Behandlung, Therapie & Beratung
- Blut- und Laborwerte: Serum-Na, Kalium, Osmolalität, Nierenparameter – Blutbild & Labor
- Medikations-Check (Diuretika u. a.), Flüssigkeits- & Ernährungsberatung
- Programme für Sportler (Schweiß/Elektrolyte) & Senioren (Hydration, Sturzprophylaxe)
FAQ – häufige Fragen zu Natrium & Hyponatriämie
Welche Symptome hat Natriummangel?
Müdigkeit, Kopfschmerz, Übelkeit; schwer: Verwirrtheit, Krampfanfälle. Notfall: akute neurologische Zeichen → ärztlich abklären.
Was essen/trinken bei Natriummangel?
Situationsabhängig: angepasste Flüssigkeit, natriumhaltige Kost/Elektrolyte – nie eigenständig „hochkorrigieren“, sondern ärztlich steuern.
Wie schnell korrigieren?
Langsam und überwacht – zu schnelle Anhebung kann eine osmotische Demyelinisierung nach sich ziehen.
Kontroll-Blutwerte nötig?
Ja: Serum-Na, Kalium, Osmolalität; je nach Ursache Verlaufskontrollen – besonders bei älteren Patienten oder chronischen Erkrankungen.
Quellen & weiterführende Informationen
Leitlinien & Institutionen
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Termin vereinbaren – Elektrolyte im Gleichgewicht
Wir klären Ursachen, steuern die Behandlung sicher und erstellen einen alltagstauglichen Plan aus Ernährung, Flüssigkeit & ggf. Medikation – individuell für Ihren Körper und Ihre Ziele.