Blutbild und Laborwerte
Blutbild: Was bedeuten die einzelnen Werte im Blutbild? Warum sind Blutuntersuchungen wichtig?
Blutuntersuchungen sind ein unverzichtbares Werkzeug in der medizinischen Diagnostik. Sie geben Aufschluss über den Gesundheitszustand und können erste Hinweise auf Krankheiten liefern. Ob es um die Überprüfung von Blutwerten, die Analyse eines Blutbildes oder die Suche nach Blut Entzündungswerten geht – jede Blutuntersuchung liefert wertvolle Informationen. Besonders beim Blutbild groß werden detaillierte Parameter untersucht, die helfen, spezifische Erkrankungen zu erkennen. Regelmäßig durchgeführte Blutuntersuchungen können somit dazu beitragen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln. In diesem Artikel erfahren Sie den Unterschied zwischen einem kleinen und großen Blutbild, die Bedeutung der wichtigsten Blutwerte und wie sie interpretiert werden. Außerdem beschreiben wir Ihnen den Ablauf einer Blutabnahme und Antworten auf häufige Fragen zum Thema Blutbild.
Kleines und großes Blutbild: Was ist der Unterschied?
Das kleine Blutbild umfasst grundlegende Parameter wie die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten). Diese Blutuntersuchung gibt erste Hinweise auf Erkrankungen wie Blutarmut (Anämien) oder Infektionen.
Das Blutbild groß, wie es umgangssprachlich oft genannt wird, existiert in dieser Form eigentlich nicht. Vielmehr handelt es sich um eine Erweiterung des kleinen Blutbildes durch das Differentialblutbild. Dieses differenziert die weißen Blutkörperchen in Untergruppen wie Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile. Dadurch können Erkrankungen wie Leukämien, Erkrankungen des Knochenmarks , Infektionen oder allergische Reaktionen genauer diagnostiziert werden. Das Differentialblutbild ist somit ein wichtiger Bestandteil der erweiterten Blutuntersuchung, um tiefere Einblicke in die Funktion und Gesundheit des Immunsystems zu gewinnen. Dieses ist jedoch nur in bestimmten Fällen sinnvoll und ist daher nicht in jeder Routine-Blutabnahme notwendig.
Über das Blutbild hinaus, welches lediglich die Blutzellen beschreibt, gibt es viele weitere Laborwerte ( wie beispielsweise Blut Entzündungswerte), die Auskunft über die verschiedenen Organsysteme geben. Auch diese werden im Folgenden erläutert.
Was bedeuten die einzelnen Blutwerte?
Blutbild
Das Blutbild unterteilt sich in das kleine und das große Blutbild (besser Differentialblutbild). Neben Parametern wie Hämoglobin, Hämatokrit, MCH (mittleres korpuskuläres Hämoglobin) und MCV (mittleres korpuskuläres Volumen) liefert das Differentialblutbild zusätzliche Informationen zu den einzelnen Leukozytenarten. Diese Blutuntersuchungen sind essenziell, um Erkrankungen wie Anämien, Infektionen oder Leukämien zu diagnostizieren.
Erythrozyten
Diese roten Blutkörperchen transportieren Sauerstoff zu den Zellen. Ein niedriger Wert kann auf Anämie hinweisen, während ein erhöhter Wert auf Erkrankungen wie Polyzythämie deuten kann. Die Erythrozytenzahl wird oft im Zusammenhang mit Hämoglobin und Hämatokrit bewertet, um die Sauerstoffversorgung des Körpers genauer zu beurteilen. Chronischer Sauerstoffmangel, beispielsweise durch Lungenerkrankungen, kann ebenfalls zu einer erhöhten Produktion von Erythrozyten führen.
Leukozyten
Weiße Blutkörperchen sind entscheidend für die Abwehr von Infektionen. Erhöhte Werte deuten oft auf eine Infektion oder Entzündung hin, während niedrige Werte eine Immunschwäche anzeigen können. Neben Infektionen können auch Stress, Medikamente oder Autoimmunerkrankungen die Leukozytenzahl beeinflussen. Eine detailliertere Untersuchung des Differenzialblutbilds gibt Aufschluss darüber, welche Leukozytenarten (z. B. Neutrophile, Lymphozyten) betroffen sind und welche Ursachen vorliegen könnten.
Thrombozyten
Blutplättchen sind wichtig für die Blutgerinnung. Niedrige Blutwerte können auf ein erhöhtes Blutungsrisiko hinweisen, hohe Werte auf eine erhöhte Gerinnungsneigung. Ursachen für Abweichungen können vielfältig sein, darunter Knochenmarkerkrankungen, Infektionen oder Medikamenteneffekte. Eine übermäßige Gerinnungsneigung, die sogenannte Thrombophilie, kann zu ernsten Komplikationen wie Thrombosen oder Embolien führen.
Hämoglobin (Hb)
Der rote Blutfarbstoff Hämoglobin transportiert Sauerstoff im Blut. Ein niedriger Wert kann auf Blutarmut hinweisen, während erhöhte Werte bei chronischen Lungenerkrankungen vorkommen können. Hämoglobin ist ein zentraler Parameter für die Diagnose und Überwachung von Anämien. Ein zu niedriger Wert kann beispielsweise auch durch Blutverlust, Eisenmangel oder Vitamin-B12-Mangel verursacht werden. Höhere Werte können bei Rauchern oder Menschen, die in großen Höhen leben, auftreten.
Hämatokrit (Hkt)
Der Hämatokritwert gibt den Anteil der (roten) Zellen am Blutvolumen an. Abweichungen können auf Dehydration oder Blutarmut (Anämie) hinweisen. Ein erhöhter Hämatokrit Blutwert kann auch auf Erkrankungen wie Polyzythämie oder starke Flüssigkeitsverluste hinweisen. Der Hämatokrit ist besonders wichtig bei der Beurteilung des Flüssigkeitshaushalts und der Blutzähflüssigkeit, da eine hohe Konzentration das Risiko für Thrombosen erhöhen kann.
MCH / MCV / MCHC
Diese Werte geben Hinweise auf die Größe und den Hämoglobingehalt der roten Blutkörperchen. Sie sind entscheidend für die Differenzierung verschiedener Anämieformen. Beispielsweise deuten niedrige MCV- und MCH-Werte auf eine mikrozytäre, hypochrome Anämie hin, wie sie bei Eisenmangel vorkommt. Erhöhte Werte können bei Vitamin-B12- oder Folsäuremangel auftreten. Diese Parameter sind wichtig, um die zugrunde liegende Ursache einer Anämie gezielt behandeln zu können.
Differentialblutbild ("großes Blutbild")
Das Differentialblutbild (umgs. große Blutbild) beschreibt die einzelnen Untergruppen der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) näher und liefert zusätzliche Informationen, um Erkrankungen wie Anämien, Infektionen oder Leukämien zu diagnostizieren.
Neutrophile
Eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die besonders bei bakteriellen Infektionen erhöht ist. Neben bakteriellen Infektionen können auch akute Entzündungen, Stresssituationen oder Verletzungen die Anzahl der Neutrophilen erhöhen. Eine verminderte Anzahl im großen Blutbild von Neutrophilen, eine sogenannte Neutropenie, kann auf schwere Infektionen, Knochenmarkserkrankungen oder den Einsatz bestimmter Medikamente hinweisen.
Eosinophile
Diese sind vor allem bei allergischen Reaktionen sowie bei parasitären Infektionen aktiv und spielen eine Rolle bei der Abwehr von Würmern und bestimmten Infektionen. Erhöhte Blutwerte, eine sogenannte Eosinophilie, können auch bei chronischen Erkrankungen wie Asthma oder Autoimmunerkrankungen auftreten. Eine detaillierte Analyse im großen Blutbild kann helfen, die genaue Ursache einer erhöhten Eosinophilenzahl zu identifizieren, insbesondere bei ungeklärten allergischen Symptomen.
Basophile
Sie sind an Entzündungsprozessen beteiligt und setzen Histamin sowie andere entzündungsfördernde Substanzen frei, um auf allergische Reaktionen zu reagieren. Basophile spielen auch eine Rolle bei der Immunantwort auf bestimmte Infektionen oder bei Erkrankungen wie der chronischen myeloischen Leukämie (CML). Ein erhöhter Basophilenwert ist jedoch selten und wird häufig im Zusammenhang mit anderen Blutwerten beurteilt.
Lymphozyten
Diese Zellen spielen eine zentrale Rolle im Immunsystem und sind bei Virusinfektionen oder chronischen Entzündungen oft verändert. Es gibt verschiedene Arten von Lymphozyten, wie T-Zellen, B-Zellen und natürliche Killerzellen, die jeweils spezifische Aufgaben in der Immunabwehr übernehmen. Ein erhöhter Lymphozytenwert (Lymphozytose) kann auf virale Infektionen wie Epstein-Barr-Virus oder chronische Erkrankungen wie Leukämien hinweisen, während eine niedrige Anzahl (Lymphopenie) bei Immunsuppression oder schweren Infektionen vorkommen kann.
Organfunktionen
Die Überprüfung der Organfunktionen mittels Blutbild und weiteren Blutwerten liefert wichtige Hinweise auf die Gesundheit zentraler Organe wie Leber, Nieren oder Schilddrüse. Abweichungen von den Normwerten können frühzeitig auf Funktionsstörungen oder Erkrankungen hinweisen und ermöglichen eine gezielte Behandlung.
GOT / GPT / Gamma-GT
Leberwerte (GPT, GOT, Gamma-GT): GPT und GOT sind Enzyme, die vor allem in der Leber vorkommen. Ein Anstieg dieser Werte kann auf eine Schädigung oder Entzündung der Leber hinweisen, wie sie bei Hepatitis oder Alkoholmissbrauch auftreten kann. Gamma-GT (Gamma-Glutamyltransferase) wird oft zur Diagnose von Lebererkrankungen sowie Gallenwegserkrankungen herangezogen. Ein erhöhter Wert kann auf eine Beeinträchtigung des Gallengangs oder eine Lebererkrankung hindeuten.
fT3 / fT4 / TSH
Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4): TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) ist der wichtigste Parameter zur Bestimmung der Schilddrüsenfunktion. Ein erhöhter TSH-Wert weist auf eine Unterfunktion der Schilddrüsen hin, während niedrige Werte auf eine Überfunktion deuten können. Die freien Schilddrüsenhormone fT3 (freies Trijodthyronin) und fT4 (freies Thyroxin) helfen, die Aktivität der Schilddrüsen genauer zu bewerten. Abweichungen bei diesen Werten können auf Erkrankungen wie Hashimoto oder Morbus Basedow hinweisen.
Kreatinin / Harnstoff / GFR
- Nieren Blutwerte (Kreatinin, Harnstoff, GFR): Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels, dessen Spiegel im Blut bei eingeschränkter Nierenfunktion ansteigt. Harnstoff ist ein weiteres Abbauprodukt, das durch die Nieren ausgeschieden wird, und kann auf Nierenprobleme hinweisen, wenn es im Blut erhöht ist. Die GFR (glomeruläre Filtrationsrate) bewertet die Nierenfunktion, indem sie die Geschwindigkeit misst, mit der die Nieren Blut filtern. Eine reduzierte GFR deutet auf eine eingeschränkte Nierenfunktion hin.
Harnsäure
Harnsäure ist ein Abbauprodukt des Purinstoffwechsels, das über die Nieren ausgeschieden wird. Erhöhte Harnsäurewerte können auf Gicht hindeuten, bei der sich Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern und Entzündungen verursachen. Weitere Ursachen für erhöhte Werte sind Nierenerkrankungen, eine purinreiche Ernährung (z. B. Fleisch, Innereien) oder bestimmte Medikamente. Niedrige Harnsäurewerte sind seltener, können aber bei stark eingeschränkter Ernährung oder erhöhtem Verlust über die Nieren auftreten. Eine regelmäßige Kontrolle kann wichtig sein, um mögliche Folgen wie Nierensteine oder Gelenkbeschwerden frühzeitig zu erkennen.
Blutfette
Blutfette spielen als Blutwerte eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine gesunde Balance zwischen Cholesterin, Triglyceriden und anderen Blutfettwerten ist essenziell, um Arteriosklerose und Folgeerkrankungen zu vermeiden.
Cholesterin
Gesamtcholesterin im Blut wird in LDL und HDL unterteilt. Ein zu hoher Gesamtwert kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
LDL
Häufig als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet. Hohe LDL-Werte führen zur Ablagerung von Cholesterin in den Blutgefäßen, was Arteriosklerose und Herzkrankheiten begünstigt.
HDL
Das „gute“ Cholesterin, das überschüssiges Cholesterin aus den Blutgefäßen aufnimmt und zur Leber transportiert. Ein hoher HDL-Wert ist schützend gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Triglyceride (TAG)
Eine Art von Fett im Blut, das als Energiequelle dient. Hohe Triglyceridwerte sind mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.
Zuckerwerte
Blutzuckerwerte in der Blutuntersuchung geben Aufschluss über die Regulation des Zuckerstoffwechsels und sind essenziell für die Diagnose und Kontrolle von Diabetes mellitus. Neben dem Nüchternblutzucker zeigt insbesondere der HbA1c-Wert längerfristige Entwicklungen des Blutzuckerspiegels.
Nüchternblutzucker
Der Nüchternblutzucker misst den Blutzuckerspiegel zum Zeitpunkt der Blutabnahme. Zur genaueren Verwertung dieses Blutwerts im Blutbild sollte er nach einer mindestens 8-stündigen Fastenperiode abgenommen werden. Ein erhöhter Nüchternblutzucker kann auf Diabetes (Zuckerkrankheit) oder eine Prädiabetes-Situation hinweisen. Aber auch bei einer Blutabnahme direkt nach einer Nahrungsaufnahme ist dieser Wert erhöht.
HbA1c (Langzeitzucker)
Gibt den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten 2-3 Monate wieder. Ein hoher HbA1c-Wert zeigt an, dass der Blutzucker über einen längeren Zeitraum schlecht kontrolliert war und erhöht das Risiko für diabetische Komplikationen wie Nierenprobleme oder Augenkrankheiten.
Elektrolyte
Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Calcium sind essenziell für lebenswichtige Prozesse im Körper, darunter der Flüssigkeitshaushalt, die Muskelfunktion und die Herzgesundheit. Abweichungen der Elektorlyt Blutwerte in der Blutuntersuchung von den Normwerten können zu schweren gesundheitlichen Problemen führen.
Natrium (Na+)
Wichtig für die Regulierung des Flüssigkeitshaushalts und des Blutdrucks. Ein Ungleichgewicht oder Mangel kann zu Dehydrierung oder Bluthochdruck führen. Auch neurologische Symptome wie Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Müdigkeit können durch stark abweichende Natriumwerte ausgelöst werden. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher besonders bei Herz- oder Nierenerkrankungen wichtig.<< Weitere Informationen finden Sie in unserem Blogartikel zu rund ums Thema Natrium >>
Kalium (K+)
Essenziell für die normale Funktion von Muskeln und Nerven, besonders des Herzens. Zu viel oder zu wenig Kalium kann zu Herzrhythmusstörungen führen. Neben Herzproblemen können auch Muskelschwäche, Lähmungen oder Müdigkeit Symptome eines gestörten Kaliumhaushalts sein. Eine ausgewogene Ernährung trägt wesentlich zur Aufrechterhaltung stabiler Kaliumwerte bei. << Weitere Informationen finden Sie in unserem Blogartikel zu rund ums Thema Kalium >>
Calcium (Ca2+)
Spielt eine Schlüsselrolle bei der Knochengesundheit, der Muskelkontraktion und der Nervenübertragung. Abweichungen können auf hormonelle Störungen oder Nierenprobleme hinweisen. Ein langfristiger Calciummangel kann zudem das Risiko für Osteoporose erhöhen, während zu hohe Werte auf Störungen der Nebenschilddrüsen oder eine Überdosierung von Calciumpräparaten hinweisen können. << Weitere Informationen finden Sie in unserem Blogartikel zu rund ums Thema Calcium >>
Magnesium (Mg2+)
Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der für zahlreiche Körperfunktionen unerlässlich ist. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Muskel- und Nervenfunktion, der Energieproduktion und der Regulierung des Herzrhythmus. Ein Magnesiummangel kann Symptome wie Muskelkrämpfe, Müdigkeit, Herzrhythmusstörungen oder Kopfschmerzen verursachen. Zu hohe Werte bei der Blutuntersuchung hingegen treten meist bei Nierenerkrankungen auf, da überschüssiges Magnesium normalerweise über die Nieren ausgeschieden wird. Eine ausgewogene Ernährung mit magnesiumreichen Lebensmitteln wie Nüssen, Vollkornprodukten und grünem Gemüse hilft, einen stabilen Magnesiumhaushalt zu gewährleisten. << Weitere Informationen finden Sie in unserem Blogartikel zu rund ums Thema Magnesium >>
Blut Entzündungswerte und Infektionsmarker:
Blute Entzündungswerte und Infektionsmarker wie CRP, BSG und PCT helfen, akute und chronische Entzündungsprozesse im Körper zu erkennen und deren Schwere zu beurteilen. Sie sind wichtige Blutwerte in der Blutuntersuchung für die Diagnostik und Therapieüberwachung.
CRP (C-reaktive Protein)
CRP ist ein wichtiger Blut Entzüdungswert, dessen Spiegel bei akuten Entzündungen oder Infektionen schnell ansteigt. Dieser Wert wird häufig verwendet, um die Schwere einer Entzündung zu messen, da er schnell auf Veränderungen im Körper reagiert und daher besonders bei der Überwachung akuter Entzündungsprozesse hilfreich ist.
BSG (Blutsenkungsgeschwindigkeit)
Die BSG misst wie schnell die Blutzellen in einer Blutprobe absinken. Ein erhöhter BSG-Wert in der Blutuntersuchung weist ebenfalls auf entzündliche Aktivität hin, reagiert jedoch langsamer als das CRP und eignet sich daher weniger für die Diagnose akuter Entzündungen. Die BSG ist als Blut Entzündungswert jedoch ein nützlicher Wert für die Überwachung von chronischen Entzündungen, wie sie bei Erkrankungen wie Rheuma auftreten können.
PCT-Wert (Procalcitonin)
Dieser Blut Entzündungswert steigt insbesondere bei bakteriellen Infektionen. PCT ist ein Protein, das vor allem bei schweren bakteriellen Infektionen wie Sepsis produziert wird und hilft als Blut Entzündungswert, zwischen bakteriellen und viralen Infektionen zu unterscheiden.
Weitere spezifische Blutwerte:
Spezifische Blutwerte wie Vitamine, Spurenelemente und Tumormarker ermöglichen eine differenzierte Analyse von Nährstoffversorgung, Immunstatus und möglichen Tumorerkrankungen. Diese Werte können dazu beitragen individuelle Gesundheitsprobleme zu identifizieren und zu überwachen, gehören jedoch nicht zur allgemeinen Routineblutuntersuchung.
Vitamine (z. B. Vitamin D, B12)
Diese Werte geben Aufschluss über die Versorgung mit essenziellen Nährstoffen, die für viele Körperfunktionen unverzichtbar sind. Ein Mangel an Vitamin D kann beispielsweise zu einer Schwächung der Knochen (Osteoporose) führen, während ein Mangel an Vitamin B12 neurologische Beschwerden wie Kribbeln oder Gedächtnisprobleme hervorrufen kann. Die Ursachen für Vitaminmängel sind vielfältig und reichen von einseitiger Ernährung über Aufnahmestörungen im Darm bis hin zu chronischen Erkrankungen. Eine frühzeitige Bestimmung der Werte hilft, Defizite rechtzeitig auszugleichen. Auf unserer Website finden Sie weitere Informationen zu den einzelnen wichtigen Vitaminen. Hier klicken >>
Spurenelemente (z. B. Eisen, Zink, Selen):
Spurenelemente spielen eine zentrale Rolle im Stoffwechsel, der Zellregeneration und der Immunabwehr. Ein Eisenmangel, der häufig zu Müdigkeit, Haarausfall oder Konzentrationsproblemen führt, ist eine der häufigsten Ursachen für Blutarmut. Auch Zink ist essenziell für die Wundheilung und Hautgesundheit, während Selen als Antioxidans für die Abwehr freier Radikale wichtig ist. Niedrige Werte dieser Spurenelemente können durch eine gezielte Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden. Eine regelmäßige Kontrolle ist besonders bei veganer Ernährung oder chronischen Erkrankungen empfehlenswert.
Tumormarker (z. B. PSA, CEA)
Diese Werte können Hinweise auf Tumorerkrankungen geben und spielen vor allem bei der Verlaufskontrolle eine wichtige Rolle. PSA (prostataspezifisches Antigen) wird beispielsweise zur Überwachung von Prostatakrebs genutzt, während CEA (carcinoembryonales Antigen) bei bestimmten Krebsarten wie Darm- oder Lungenkrebs erhöht sein kann. Tumormarker sind jedoch nicht als alleinige Diagnostik für Krebs geeignet, sondern ergänzen andere Untersuchungen wie Bildgebung oder Biopsien. Sie können helfen, den Krankheitsverlauf zu bewerten oder ein Wiederauftreten von Tumoren frühzeitig zu erkennen.
Herzwerte (z. B. Troponin, CK-MB):
Diese Marker sind essenziell zur Diagnose eines Herzinfarkts oder anderer Herzkrankheiten. Troponin wird häufig bei Verdacht auf einen akuten Herzinfarkt gemessen, da es bei Schädigung des Herzmuskels ansteigt. CK-MB (Kreatinkinase-MB) ist ein weiteres Enzym, das spezifisch auf Herzmuskelverletzungen hinweist. Neben der akuten Diagnostik helfen Herzwerte auch bei der Überwachung chronischer Herzleiden oder der Beurteilung von Therapieerfolgen. Eine frühzeitige Analyse dieser Werte kann lebensrettend sein, insbesondere bei unspezifischen Beschwerden wie Brustschmerzen oder Atemnot.
Medikamentenspiegel
Bei bestimmten Medikamenten ist die regelmäßige Überwachung des Blutspiegels entscheidend, um durch eine optimale Konzentration eine ausreichende Wirkung sicherzustellen und Nebenwirkungen zu minimieren. Dies gilt insbesondere für Medikamente mit geringer therapeutischer Breite, wie Antiepileptika, Immunsuppressiva oder bestimmte Antibiotika. Eine Anpassung der Dosierung anhand der Blutspiegelwerte kann dazu beitragen, Therapieerfolge zu maximieren und das Risiko für Über- oder Unterdosierungen zu reduzieren.
Gerinnungswerte (z.B aPTT, INR)
Gerinnungsmarker geben Aufschluss über die Funktion des Blutgerinnungssystems, das für die Balance zwischen Blutstillung und Vermeidung von Thrombosen entscheidend ist. Die aPTT (aktivierte partielle Thromboplastinzeit) misst die Gerinnungszeit und kann bei Verdacht auf Blutgerinnungsstörungen oder zur Überwachung bestimmter Medikamente (z. B. Heparin) eingesetzt werden. Der INR-Wert (International Normalized Ratio) dient insbesondere bei der Therapie mit Gerinnungshemmern wie Marcumar der Kontrolle und Dosierung. Abweichungen bei diesen Werten können auf ein erhöhtes Risiko für Blutungen oder Thrombosen hinweisen. Eine regelmäßige Überwachung ist vor allem bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder nach Operationen wichtig.
Wie interpretiert man die Blutwerte in der Blutuntersuchung?
Blutwerte werden in Referenzbereichen mit Normalwerten angegeben, die je nach Labor und individuellen Faktoren variieren können und immer gemeinsam mit den getesteten Werten seitlich angegeben sind. Eine Abweichung der Blutwerte vom Normbereich ist nicht automatisch ein Grund zur Sorge, sollte jedoch von einem Arzt beurteilt werden. Auffällige Ergebnisse können weitere Untersuchungen und Blutuntersuchungen erforderlich machen.
WIe läuft eine Blutentnahme / Blutuntersuchung ab?
In unserer Praxis beginnt jede Blutabnahme mit einem kurzen Beratungsgespräch, in dem wir die geplante Blutuntersuchung und eventuelle Besonderheiten erklären. Je nach den zu bestimmenden Blutwerten kann es erforderlich sein, dass der Patient nüchtern erscheint, da einige Tests, wie etwa der Blutzucker- oder Cholesterinwert, durch die Nahrungsaufnahme beeinflusst werden können. Die eigentliche Blutentnahme erfolgt in der Regel schnell und unkompliziert, sodass sie meist nur wenige Minuten in Anspruch nimmt. Viele Patienten fragen sich, ob sie immer nüchtern sein müssen. Dies ist jedoch nicht bei allen Blutuntersuchungen / Tests notwendig; für viele routinemäßige Blutuntersuchungen reicht es, wenn man nicht unmittelbar vor der Untersuchung gegessen hat. Wie oft eine Blutuntersuchung erforderlich ist, hängt vom individuellen Gesundheitszustand des Patienten ab. Einige Tests werden jährlich oder regelmäßig durchgeführt, während bestimmte Blutwerte nur bei bestimmten Symptomen oder Erkrankungen (wie beispielsweise Blut Entzündungswerte) notwendig sind.
Kostet das große Blutbild etwas?
Die meisten standardisierten Blutuntersuchungen, die zur Diagnose oder Überwachung von Erkrankungen notwendig sind, werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Hierzu gehören etwa Routineuntersuchungen wie das große oder kleine Blutbild, Blut Entzündungswerte, Leberwerte oder Nierenwerte. Wenn jedoch zusätzliche, spezialisierte Blutuntersuchungen wie Vitamin- oder Hormonmessungen oder Tumormarker erforderlich sind, werden diese meist nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen und müssen privat bezahlt werden. Die Kosten für solche speziellen Blutuntersuchung variieren je nach Art der Untersuchung. Wir beraten Sie gerne im Detail, welche Blutuntersuchungen notwendig sind und welche Kosten auf Sie zukommen können.
Abschließend lässt sich sagen, dass das Blutbild und weitere Blutuntersuchungen eine entscheidende Rolle in der medizinischen Diagnostik spielen und wertvolle Einblicke in den Gesundheitszustand eines Patienten geben können. Wir haben Ihnen die Unterschiede zwischen dem kleinen und großen Blutbild sowie die wichtigsten Blutwerte in der Blutuntersuchung und deren Bedeutung näher erläutert. Wenn Sie sich unsicher sind, welche Blutwerte für Ihre Beschwerden relevant sind stehen wir Ihnen in der Hausarztpraxis am Romanplatz jederzeit zur Verfügung. Neben Blutuntersuchugnen beraten wir Sie gerne auch zu Gesundheitsthemen und unterstützen Sie in der Therapie von Erkrankungen und der Erhaltung Ihrer Gesundheit. Vereinbaren Sie einfach einen Termin, entweder online oder telefonisch – wir sind für Sie da!